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Schwalmtal: Dilkrather hoffen auf Radweg

VON BIRGITTA RONGE - zuletzt aktualisiert: 16.02.2012

Schwalmtal (RP). Weil der Radweg zwischen Dilkrath und Sportplatz an der L 3 wohl noch Jahre auf sich warten lässt, haben die Fortunen jetzt Unterschriften gesammelt. Sie hoffen, damit beim Regionalrat Gehör zu finden.

Die Landstraße 3 (Heidend) zwischen Friedhof und Sportplatz ist sehr schmal, einen Radweg gibt es nicht. Viele Eltern fahren ihre Kinder aus Sicherheitsgründen lieber mit dem Auto zum Sportplatz.  Foto:  Busch
Die Landstraße 3 (Heidend) zwischen Friedhof und Sportplatz ist sehr schmal, einen Radweg gibt es nicht. Viele Eltern fahren ihre Kinder aus Sicherheitsgründen lieber mit dem Auto zum Sportplatz. Foto: Busch

Es geht um 650 Meter. So lang soll der Radweg werden, der entlang der L 3 zwischen Dilkrather Friedhof und Sportplatz gebaut werden könnte. Vor 2015/2016 wird das wohl kaum passieren: Der Radweg steht in der Prioritätenliste im Landesstraßenbauprogramm auf Platz 4. Im Dezember 2010 hatten sich die Schwalmtaler schon über diese Platzierung gefreut – und gehofft, dass 2011 oder 2012 mit dem Bau begonnen werden würde.

Doch zu früh. Denn vorher muss der Landesbetrieb Straßen NRW die Plätze 1 bis 3 auf der Prioritätenliste arbeiten. Und die kosten: Auf Platz 1 liegt ein Radweg an der L 142 bei Neuss, der 500 000 Euro kostet, auf Platz 2 ein Radweg an der L 439 bei Velbert (818 000 Euro) und auf Platz 3 ein Radweg zwischen Mettmann und Ratingen/Homberg an der L 156, für dessen Bau gar 1,74 Millionen Euro veranschlagt sind.

Info

Kleine Anfrage

Der Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Berger (CDU) hat eine Kleine Anfrage gestellt. Er möchte von der Landesregierung wissen, wann die Schwalmtaler mit dem Baubeginn des Radwegs rechnen können, wie es mit Planungsstand und Finanzierung aussieht und was das Land bis dahin zur Verbesserung der Verkehrssituation zu tun gedenkt. Mit einer Antwort ist Mitte März zu rechnen.

Der Dilkrather Radweg wäre mit 320 000 Euro vergleichsweise ein Schnäppchen. Aber: "Wir haben die Aufgabe, die Maßnahmen so abzuarbeiten, wie sie uns von der Politik vorgegeben wurden", teilte Wilhelm Höfener, Abteilungsleiter Planung der Regionalniederlassung Niederrhein beim Landesbetrieb Straßen NRW im Dezember mit. Noch ist der Landesbetrieb mit dem Radweg an der L 371 bei Lüttelforst beschäftigt, dort werden sich die Arbeiten bis 2013 hinziehen.

13 Jugendmannschaften im Verein

Politisch werden im Regionalrat die Prioritäten festgelegt, und da wollen die Dilkrather nun ansetzen: Rund 450 Unterschriften haben sie in den vergangenen Tagen gesammelt, die sie nun dem Landesbetrieb und an die politischen Vertreter des Kreises Viersen im Regionalrat geschickt haben: Bernd Bedronka (SPD), Fritz Meies (CDU) und Nanette Amfaldern (CDU). "Dies sind wir der Sicherheit unserer zahlreichen Kinder schuldig", argumentieren die Fortunen. Ende März tagt der Regionalrat wieder, dann will der Viersener Fritz Meies den Dilkrather Radweg ansprechen. "Ich kenne die Strecke und weiß, wie gefährlich es für Radler dort ist", sagt Meies.

"Wir haben 550 Mitglieder, darunter sind 13 Jugendmannschaften mit bis zu 20 Kindern", berichtet Stefan Claser, Mitglied des Hauptvorstandes bei Fortuna Dilkrath und designierter Jugendleiter. Die Kinder gingen zu Fuß zum Sportplatz oder radelten dorthin – nicht ungefährlich an der schmalen Landstraße, auf der Auto- und Lkw-Fahrer das Tempolimit von 50 Stundenkilometer regelmäßig überschreiten.

50 bis 100 Kinder kämen in der Saison zu Fuß oder per Rad täglich zum Sportplatz. Claser: "Es würden sicherlich noch mehr Kinder mit dem Rad fahren, doch viele Eltern haben Angst und bringen die Kinder lieber mit dem Auto zum Sportplatz." Auch er bringe seine Kinder mit dem Auto zum Training, sagt Claser, "das Risiko ist mir einfach zu groß."

Quelle: RP/rl


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