Viersen: Diözesanrat der Katholiken will Arbeit der Laien stärken
VON CHRISTIAN HEIDRICH - zuletzt aktualisiert: 31.10.2008Viersen (RPO). Kreis Viesren Der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen, das höchste Laiengremium in der Diözese, will die Weichen im Bistum so gestellt wissen, dass ehrenamtliche Laien künftig in der Kirche am Ort verantwortlich mitgestalten können. Bei seiner Vollversammlung in Mönchengladbach stellte der Vorstand dem Gremium ein Papier zur „Mitverantwortung und Beteiligung der Laien in der Kirche am Ort“ vor. Auch wenn die grundsätzlichen Linien in diesem Papier auf breite Zustimmung stießen, gebe es zu Einzelfragen noch erheblichen Beratungsbedarf, sagte Franz Michels, Geschäftsführer des Diözesanrates.
Hintergrund für das vom Diözesanrat vorgestellte Papier ist der Umbau im Bistum Aachen. Mittel bis langfristig stehen den Pfarrgemeinden und kirchlichen Einrichtungen erheblich weniger Kirchensteuermittel zur Verfügung, die Zahl der Priester sinkt dramatisch, Pfarrgemeinden müssen kooperieren oder werden gar fusioniert.
Einig ist sich der Diözesanrat darin, dass die Zusammenarbeit von Gemeinden, Verbänden, Einrichtungen und Initiativen Sinn macht. Ebenso unterstützt er den Ansatz, dass sich jede Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) in einem so genannten Pastoralkonzept ein verbindliches Programm gibt. Leitgedanke müsse die aufrichtige Weggemeinschaft mit den Menschen sein, die im Sozialraum leben.
Uneins ist sich das Germium, wer im Alltag einer GdG Leitungsverantwortung trägt und wie Priester, hauptberufliche und ehrenamtlichen Laien diese partnerschaftlich teilen können. Diese Frage ist in den Augen des Diözesanrates von zentraler Bedeutung, um die neuen Strukturen mit Leben zu füllen. Deutlich wurde auch: Der Diözesanrat hat Sorge, dass Ehrenamtliche in den neuen Strukturen noch stärker verschlissen werden als bislang. Denn alte Strukturen blieben – kirchen- und staatsvertragsrechtlich bedingt – in einigen Punkten parallel erhalten, hieß es.
Diskussionsbedarf gibt es auch in einer anderen Frage: Nach Einschätzung der Diözesanratsvorsitzenden Renate Müller müssten Pfarreien und GdGs künftig mehr Stützpunkt und Netzwerk für viele Gemeinschaften sein, die ihr Christsein in ihrem eigenen gesellschaftlichen Milieu leben. Verbandsgruppen, soziale Initiativen und selbst organisierte christliche Gemeinschaften seien Kirche am Ort. Unter den ersten Pastoralkonzepten gebe es nach Einschätzung des Diözesanrates Beispiele, die einseitig auf die klassischen Seelsorgestrukturen fixiert seien. Hier forderte der Diözesanrat eine qualitätssichernde Begleitung und Inspiration der Akteure vor Ort.
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