Viersen: Echte Stars in der Manege
VON INGRID FLOCKEN - zuletzt aktualisiert: 21.01.2008Viersen (RPO). Die Karnevalsgesellschaft „Fideles Kränzchen“ Viersen veranstaltete diesmal nur eine Kostüm- und Galasitzung in der Festhalle. Sie lud ihre Gäste
in den Zirkus ein. Höhepunkt war wieder einmal der tolle Auftritt der Trapp-Familie.Ein Bühnenbild, das alle Herzen höher schlagen ließ: eine Zirkusarena mit vielen (gemalten) Zuschauern, eine Eule mit wackelnden „Ohren“ und darüber ein eigens für diesen Abend aufgestellter Elferrat: Das „Fidele Kränzchen“ begrüßte sein teilweise kostümiertes Publikum in der ausverkauften Festhalle zu „Stars in der Manege“. Dazu gehört auch ein Zirkusdirektor: Der neue Vorsitzende Michael Reiners setzte sich und seine beiden Sitzungspräsidenten Edi Tusch und Bernd Ivangs in Szene, kommandierte Putzfrauen und Verkäufer, präsentierte Clowns und Magier und kann auch noch hervorragend singen, wie er mehrfach bewies.
Frank Schippers hatte sich für die „Trapp-Familie“, die Aktivitas des Kränzchens, tolle Zirkusnummern ausgedacht, ließ Hape Ingmanns als rotes Pferd Trompete blasen, Dieter Langen durch Zauberkünstler Lothar Köhler verschwinden. Als Clown trat er selber mit Uli Peters auf, während Hans-Willi Bohne und Michael Köhler die Manege in Ordnung brachten. Der Höhepunkt der Zirkusschau jedoch war der Auftritt der Travestie-Stars Mary und Gordy: Mit Standing Ovations, Wunderkerzen und brausendem Beifall feierten die Gäste im Saal Markus Steinhäuser und Jochen Lazaridis, die singend und tanzend eine perfekte Show abzogen.
Ehrenvorsitzender
Vor einem Jahr wurde Michael Reiners Vorsitzender des Fidelen Kränzchens, das seit 1950 fester Bestandteil des Viersener Karnevals ist. Seinen Vorgänger Frank Schiffers, der fast 20 Jahre die Gesellschaft führte, ernannte er während der großen Sitzung unter viel Beifall zum Ehrenvorsitzenden. Schiffers, zurzeit Senatspräsident des Festausschusses Viersener Karneval, hat nach eigener Aussage „nahe am Wasser gebaut“ und bedankte sich mit stark belegter Stimme für diese Auszeichnung.
Doch nicht nur die Trapp-Familie, auch das Viersener Prinzenpaar Christian I. und Martina I. zog mit großem Gefolge in die Zirkusarena ein. Die Prinzengarde servierte erstmals ihr komplettes Tanzprogramm, für das sie – wie auch ihr Tanzmariechen Sandra – Riesen-Applaus erhielt. Eher „ins Aquarium“ statt in den Zirkus gehörten die „Fischgesichter“. Die vier Düsseldorfer präsentierten mit schrägen Instrumenten schräge Musik von der Biene Maja bis zum brechenden Marmor.
Eigengewächse hat das Kränzchen nicht nur mit den Männern der Trapp-Familie: Zum zehnten Mal schon erfreuten die „FKV-Teens“ ihr Publikum. Die Mädels und Jungs brachten schwungvollen Showtanz in exotischen Kostümen und nach südamerikanischen Rhythmen auf die Bühne, locker und doch exakt – und schon mit eigenem Nachwuchs. Sie wurden mit donnerndem Beifall belohnt.
Nach der Pause war es die Aufgabe der „Ruhrgarde“, die säumigen Gäste in den Saal zu holen. Die Mädchen zeigten eine fulminante Bühnenshow mit rasantem Kostümwechsel und ebenso rasanten Tänzen. Auch das beliebte Fauth-Ballett war traditioneller Gast im Zirkusrund. Büttenredner haben es dann oft schwer, nach den musikalischen Darbietungen die Aufmerksamkeit ihres Publikums zu erringen. Doch „Oli, dem Köbes“ gelang dies ebenso gut wie den Comediens Christian Pape und Jörg Knör, der einen hinreißenden Vortrag bot. Mit dem furiosen Auftritt der „Men in Black“ endete am frühen Sonntagmorgen ein tolles karnevalistisches Vergnügen.
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