Brüggen: Ein Arbeitsplatz mit Charme
VON INGRID FLOCKEN - zuletzt aktualisiert: 21.01.2012Brüggen (RP). Seit Dezember hat die Brüggener Jugendherberge eine neue Leitung. Silvia Schramm freut sich auf ihre Arbeit vor allem mit den Jugendlichen und Kindern. Noch pendelt sie zwischen Duisburg und Brüggen.
"Brüggen hat mehr Charme!" Das bewog die Duisburger Hotelbetriebswirtin Silvia Schramm, sich um die zum Jahresende frei gewordene Stelle als Leiterin der Jugendherberge Brüggen zu bewerben. Ihre Vorgängerin Eva Friedrich zog es zu größeren Aufgaben, trotzdem war der Abschied von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern traurig. Silvia Schramm, die ihr Amt offiziell am 1. Dezember 2011 angetreten hat, kam aus der Duisburger Jugendherberge, wo sie sich als "leitende Assistentin" so gut eingearbeitet hat, dass sie sich jetzt auf das "auf längere Zeit angelegte Amt" freut.
"Herbergsmutter" und "Herbergseltern" waren früher die gängigen Begriffe für die Leitung der Jugendherbergen. Doch Silvia Schramm, 32 Jahre jung und ledig, schmunzelt: "Nein, als Mutter fühle ich mich nicht. Ich bin die Leiterin." Sie zog es zurück zu ihren Wurzeln, denn die Kinder- und Jugendarbeit - in der evangelischen Kirche oder im Karneval - hat sie schon immer geliebt. Sie besuchte zunächst die Hotelfachschule, arbeitete dann drei Jahre in der Gastronomie, bevor sie sich über Internet bei der Jugendherberge Duisburg bewarb.
Jugendherberge
Lage Die Jugendherberge liegt am westlichen Rand von Brüggen, mitten im Wald, nahe der Grenze zu den Niederlanden
Ausstattung 23 Zimmer mit insgesamt 132 Betten stehen zur Verfügung. Vier Zimmer sind für Rollstuhlfahrer geeignet.
Verpflegung Neben einem reichhaltigen Frühstück werden Mittag- und Abendessen angeboten. Kontakt Tel. 02163 5161, E-Mail: brueggen@jugendherberge.de
"Ich liebe die Arbeit. Sie ist nie langweilig, jeden Tag gibt es etwas Neues!" Silvia Schramm pendelt noch zwischen ihrer Wohnung in Duisburg und der Jugendherberge in Brüggen, doch sie hofft, bald eine Wohnung in Brüggen zu finden. Denn es ist heute nicht mehr üblich, dass die Angestellten in der Jugendherberge wohnen. "Wir kommen morgens, um unseren Gästen das Frühstück zu bereiten. Und am Abend, wenn alle Arbeit getan ist, gehen wir nach Hause." Schramm ist dennoch jederzeit über die Rufbereitschaft zu erreichen.
Noch ist Winterruhe in der Jugendherberge, doch wenn der Wald ringsherum grün ist – "so ab April, Mai" – beginnt die Saison. Schulklassen von der ersten bis zur fünften, Vereine, Jugendgruppen kommen und finden alles, was ihr Herz begehrt. Fünf Aufenthaltsräume, eine Disco, Sauna und vor allem freundlichen Service. Sieben Festangestellte sorgen für den reibungslosen Ablauf im Haus, fünf geistig behinderte junge Menschen, vom Nettetaler Verein "Kindertraum" vermittelt, helfen ihnen dabei. "Die Jugendherberge Brüggen wird es noch lange geben", ist die neue Leiterin überzeugt. Denn erst vor kurzem ist die große Halle renoviert worden, sie bietet jetzt auch eine verbesserte Akustik für Chöre, die gerne ihre Probenwochenenden in der Jugendherberge verbringen. Sonst ist meist der Mittwoch der anstrengendste Tag für alle: "Da gehen die einen, und die nächsten kommen schon." Und das Haus ist oft ausgebucht.
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