Brüggen: Ein Hirte für die Tafel
zuletzt aktualisiert: 23.01.2010Brüggen (RPO). Das Benefizkonzert mit Michael Hirte zugunsten der Brüggener Tafel im Brachter Bürgersaal ging zu Herzen. Der Saal war proppevoll, rund 800 Zuhörer waren gekommen. "Ich hoffe, dass viele Herzen gerührt sind. Ist es nur eins, hat sich der Abend schon gelohnt", stellte Tafel-Initiator Arne Mortsiefer zu Beginn heraus. Er führte mit seiner ihm frisch noch am Mittag angetrauten Ehefrau Elke (beide waren noch im Hochzeits-Outfit) durchs Programm.
Hirte, der durch die RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" 2008 bundesweit mit seiner Mundharmonika bekannt wurde, wirkte bescheiden. "Es macht mich besonders stolz, hier zu spielen und mitzumachen." Er sei kein großer Redner, berichtete Hirte dem Publikum, während er die passende Mundharmonika aus seinem Köfferchen heraussuchte, "ich spiele lieber etwas."
Duett mit Straßenmusikerin
Schon die ersten Takte interpretierte Hirte sehr gefühlvoll, meist spielte er mit geschlossenen Augen. Als er aufhörte, klopfte er die Mundharmonika aus, das Publikum applaudierte herzlich. Mit der Straßenmusikerin Simone Oberstein aus Köln spielte Hirte ein eindrucksvolles Duett, später auch das "Ave Maria", das ihm bei der Superstar-Show zum Finalsieg verhalf. "Deutschlands berühmtester Pizzabäcker", Gino Badagliacca, einer der DSDS-Favoriten 2007, sang eine Arie, und schließlich gab es vor den Brüggenern eine Uraufführung des "Tafelliedes" der "Kürbiskerne"-Kinder, die das Lied selbst getextet und komponiert hatten. Refrain: "Die Tafel ist gut – die einen geben, die anderen nehmen." Das Lied soll auf die Arbeit der 658 Tafeln in Deutschland aufmerksam machen. Auch den Kindern erfüllte Hirte einen Wunsch, als er nämlich die Titelmelodien von "Pippi Langstrumpf" und "Biene Maja" spielte. Von Arne Mortsiefer erhielt Hirte, Schirmherr der Brüggener Tafel, eine Urkunde und eine neue Tafeljacke, Brüggens Bürgermeister Gerhard Gottwald übergab Hirte einen Ehren-Dachziegel der Gemeinde. Hirte, der selbst Hartz-IV-Empfänger und Tafelkunde war, appellierte an die Besucher: "Spenden sie viel und schmeißen sie nicht alles weg. Die Armut wird immer größer." Bei einer anschließenden Sammlung für die Brüggener Tafel kamen 1931 Euro zusammen. Mortsiefer wandte sich an die Besucher mit einer Bitte: "Wir benötigen dringend noch ein Kühlfahrzeug."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



