Brüggen: "Ein Leben lang begleiten"
VON PAUL OFFERMANNS - zuletzt aktualisiert: 16.01.2012Brüggen (RP). Das Brachter Ehepaar Gisela und Kurt Schidzick bekam für sein großes soziales Engagement am Freitagabend beim Neujahrsempfang der Gemeinde Brüggen die Ehrenplakette überreicht. Kurt Schidzick ist am Samstag gestorben.
Entwicklung
Zukunftswerkstatt Aus der Zukunftswerkstatt entwickelte sich der Dorfentwicklungsplan für Bracht. Die Erfolgsgeschichte des Golddorfes Born ist das innergemeindliche Vorbild. Mit den Zuschussgebern bei der Bezirksregierung sprach die Gemeinde schon vorbereitend.
Aktivitäten Die Aktivitäten des Aktionskreises Mühlenweihnacht, des Arbeitskreises Ortsmarketing und der Heimatfreunde lassen ein ähnliches großes ehrenamtliches Bürger-Engagement wie in Born erwarten.
Bis auf den letzten Platz besetzt war der Brachter Bürgersaal zum Neujahrsempfang der Gemeinde Brüggen. "So viele Gäste hatte wir noch nie", meinte Gerd Schwarz, Organisator des Neujahrsempfanges, und blickte zufrieden in die Menschenmenge. Dilborns Kulturforum-Chef Hermann Schröder stimmte die Gäste musikalisch auf den langen Abend ein.
iemand konnte wissen, dass es für einen Ehrengast der Veranstaltung der letzte öffentliche Auftritt war: Der Brachter Kurt Schidzick, der gemeinsam mit seiner Frau Gisela für ihr großes soziales Engagement im evangelischen Bastelkreis seit 22 Jahren mit der höchsten Bürger-Auszeichnung geehrt wurde, die die Gemeinde zu vergeben hat, starb einen Tag später – am Samstag. Der gebürtige Westpreuße wurde 88 Jahre alt.
Teil einer Gemeinschaft
Gemeinsam hatten Gisela und Kurt Schidzick nach ihrer Ehrung am Abend zuvor die Plakette stolz in die Höhe gehalten: "Sie wird uns ein Leben lang begleiten." Bescheiden, wie die Bastelkreis-Gründerin ist, meinte sie: "Wir waren ein Teil einer Gemeinschaft und haben die Altenheimbewohner im Haus Schlevringhoven immer gerne auf Ostern und Weihnachten eingestimmt."
Mehrere 10 000 Euro waren dabei für karitative Zwecke zusammengekommen, insbesondere für Behinderte der Hephata-Stiftung, aber auch für den DRK-Ortsverein Brüggen, der ebenfalls traditionell Behinderte unterstützt.
Bürgermeister Gerhard Gottwald hatte zu Beginn der Veranstaltung im Bürgersaal endlich etwas richtig stellen müssen, als er einen volkstümlichen Vers zitierte: "Brögge eß en Stadt. Geloagweg wett net watt, Oebel eß enne Jetepött, Born es en Strevelshött." Er passte ihn der heutigen Zeit an: "Ob Dohlendorf oder Golddorf – wir gehören in unserer Burggemeinde zusammen."
In ganz Brüggen "brummt" die Wirtschaft. "Wir sind schuldenfrei. Das macht uns handlungsfähig. Wir konnten im vergangenen Jahr die höchsten Gewerbesteuereinnahmen in der Geschichte der Gemeinde verbuchen. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze liegt mit rund 3700 auf historisch höchstem Level. Unsere mittelständischen Firmen haben sich hervorragend entwickelt, und wir ernten Früchte langfristiger Ansiedlungen."
Trotzdem warnte er: "Der sich rapide verschlechternde Landeshaushalt birgt ebenso Risiken wie die unwägbare wirtschaftliche Entwicklung und Euro-Krise." Als "urbane" Meile entwickelt sich die Borner Straße.
"Für das Gesundheitszentrum liegt dem Kreis jetzt ein bearbeitungsfähiger Bauantrag vor", verkündete er: "An der Waage entsteht ein medizinisches Projekt für Wellness. Auch der Ortskern ist nach wie vor stark frequentiert."
Gottwald erwähnte dabei auch den Baustellen-Schandfleck am Nikolausplatz: "Da können wir juristisch leider nichts machen. Wir werden aber unseren Druck fortsetzen." Bei der Finanzierung der Mehrzweckhalle konnte er beruhigen: "Wir können sie mit einem Kostenrahmen von 3,6 Millionen Euro aus liquiden Mitteln bezahlen."
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