Viersen: Ein Lobbericher in den USA
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 16.01.2009Viersen (RPO). Sebastian Vieten lebt und arbeitet seit fünf Monaten in den USA. Neben seinem Bürojob bei einem
Automobilzulieferer hält sich der 23-jährige Spieler des SC Union Nettetal in einer Hallenfußball-Liga fit.Lobberich Wenn morgen die Vorrunde des Dülkener Fußball-Hallenmasters startet, ist einer der besten Spieler des vergangenen Jahres nicht dabei. Sebastian Vieten, vor zwölf Monaten mit acht Treffern Torschützenkönig und Sieger mit dem SC Union Nettetal, ist ungefähr 6500 Kilometer weit von der Ransberghalle entfernt – in Detroit.
In der US-amerikanischen Autostadt absolviert der 23-Jährige ein Praktikum bei einem Automobilzulieferer. Seit knapp fünf Monaten lebt und arbeitet der Lobbericher in den USA. "Der Fokus liegt auf das Managen und Führen von Projekten", sagt er. In den vergangenen Wochen wurden die Aufgaben bei dem Unternehmen, das Kühlungssysteme für Pkw und Trucks produziert, immer umfangreicher. "Ich wurde in immer mehr Projekte, bei denen ich das Budget verwalte und Anfragen bearbeite, eingespannt", sagt Sebastian Vieten.
Das ist Detroit
Die Stadt Etwa 900000 Menschen leben in der Stadt im Nord-Osten der USA, unmittelbar an einem der großen fünf Seen.
Die Industrie Den Hauptzweig bietet trotz der Krise noch immer die Automobilindustrie. Die Stadt im Bundesstaat Michigan ist Sitz von General Motors. Henry Ford gründete hier sein Unternehmen.
Kein Zufall
Dass er in den USA gelandet ist, ist kein Zufall. "Ein Praktikum im Ausland ist bei meinem Studium ,International Business and Management' vorgeschrieben", sagt der Student der Venloer Hochschule Fontys. "Mir gefiel die Kombination des Auslandsstudiums mit internationaler Ausrichtung."
Vergangenen Sommer bewarb er sich in englischsprachigen Ländern für ein mehrmonatiges Praktikum. "Da mir die Stelle sehr gut und die Rahmenbedingungen gepasst haben, entschied ich mich sehr gerne für die USA", sagt der ehemalige Schüler des Werner-Jaeger-Gymnasiums. Gemeinsam mit einem weiteren Praktikanten wohnt Sebastian Vieten in einem Apartmentkomplex in unmittelbarer Nähe seines Arbeitsplatzes. "Mit Balkon, Zugang zum Swimming-Pool und eigenem Badezimmer – was besonders um 7 Uhr sehr hilfreich ist", sagt er. Dann steht er auf, um ins Büro zu gehen. "Leider habe ich unter der Woche nicht mehr so viel Freizeit wie noch zu Beginn, dafür geht es aber am Wochenende regelmäßig auf Tour." Im Herbst war er an den Niagara-Fällen, über Silvester in Chicago und zum Ende seines Amerikaaufenthaltes im Februar geht es für vier Tage nach New York. Fit hält sich der Mittelfeldmann des SC Union, zu dessen Spielern er via Internet Kontakt hält, unter der Woche trotzdem. "Ich schaffe es noch, regelmäßig ins Fitnessstudio zu gehen, um Kraft und Ausdauer zu trainieren." Außerdem spielte er zusammen mit anderen Praktikanten in einer Hallenfußball-Liga.
Nicht zu vergleichen
Mit den deutschen Turnieren sei das aber nicht zu vergleichen. "Das war ganz anders", sagt Sebastian Vieten. "Da haben wir auf normalen Fußballfeldern, wie man sie von draußen kennt, gespielt." Und ganz so erfolgreich wie vergangenes Jahr in Dülken war er auch nicht. Von zehn Spielen gewann sein Team nur zwei.
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