Brüggen: Ein Raum für Aqua-Fahrräder
VON GABI LAUE - zuletzt aktualisiert: 17.04.2009Brüggen (RPO). Im vergangenen November hatte der Bauausschuss beschlossen, das Hallenbad umzubauen und zu sanieren. Zusätzlich soll nun auch noch ein Anbau errichtet werden, in dem Trainings- und Übungsgeräte Platz finden.
"Unser Hallenbad lebt von den Aqua-Kursen. Dazu gehört aber auch die Anschaffung neuer Geräte", hatte Hermann Krücken, Betriebsleiter der Bäderbetriebe, seinen Wunsch begründet. Aquacycle heißt sein neues Angebot: Fahrrad fahren im Wasser. Seit Februar hat Krücken die Lizenz zur Abrechnung mit den Krankenkassen. Brüggen sei Trendsetter in Sachen Aqua-Fitness, die Kunden kommen aus Düsseldorf, Mönchengladbach, Wegberg, Viersen, Dülken, Kaldenkirchen und den Niederlanden. Pro Kursus besuchen 45 bis 60 Kunden fünf Mal pro Woche das Hallenbad, im Frühschwimmerkursus ziehen 15 bis 20 Personen ihre Bahnen.
Rechenbeispiel
Gesundheitskursus 22 Personen a 80 Euro sind 1760 Euro Einnahmen. Auf den Einzeltarif umgerechnet, müssten dafür 706 Badegäste kommen. Bei ambulanter Reha wären die Gebühren höher.
Aquacycle Kalkuliert wird mit einer Gebühr von 49 Euro für zehn Mal 30 Minuten.
Weiter in Kurse investieren
Die Lagerkapazität sei bereits über dem Limit, berichtete Hermann Krücken, der Lagerraum zudem feucht und kalt. "Bevor unsere Mitbewerber dies tun, sollten wir weiter im Bereich Kurse investiren", schrieb er an den Werksausschuss der Gemeinde. Da der erst im Mai tagt, wurde die Diskussion über einen Anbau in den Bauausschuss vorgezogen. Architekt Wiens erläuterte die Pläne. Er siedelt den neuen Geräteraum im Bereich eines Gebäuderücksprungs auf der Nordseite des Hallenbades an. Dafür hatte er Kosten von rund 74 000 Euro kalkuliert.
Das Dach des Hauptbaus könnte Profil-gleich übernommen werden. Ein nicht unterkellerter Bereich müsste unterfangen, der Boden gedämmt werden. Die teuersten Posten in der Auflistung des Architekten waren 12 500 Euro für Mauer und Nebenarbeiten, 8400 Euro für Klinkerverblendung, 9000 Euro für Trapezbleche sowie 4500 Euro für eine Tür. Mit so hohen Kosten hatten die Ausschussmitglieder allerdings nicht gerechnet. Quer durch die Fraktionen schien ihnen eher eine Art Garage vorgeschwebt zu haben. "Wenn man das vernünftig macht, sehe ich wenig Einsparpotenzial", merkte Bauamtsleiter Dieter Dresen an. In dem Raum sollen nicht nur Übungsgeräte lagern, sondern auch Reinigungs- und Aufbewahrungsmittel. Aus Sicht der Verwaltung war der Plan des Architekten eine "optisch wie betrieblich gute Lösung". Das sahen am Ende auch die Ausschussmitglieder ein, die mit einer Enthaltung für den Anbau stimmten. Gottfried Optenplatz (SPD): "Dann haben wir wenigstens einen Raum, den wir seit Jahren brauchen." Von "ungeahnten Möglichkeiten" sprach Hermann Krücken. Zurzeit gebe es deutschlandweit nur 200 Bäder, die lizensierte Kurse anbieten. Vorgesehen sei eine Lizenz für Bewegungsangebote für übergewichtige Kinder. Immerhin steigern die Gesundheitskurse die Einnahmen.
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