Viersen: Endlich Ruhe in Dülken?
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 31.07.2010Viersen (RPO). Der Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer will erreichen, dass entlang der Bahnstrecke an der Mevissenstraße Gabionen errichtet werden. DB Netz ist dazu bereit, wenn die Stadt Viersen und einige Unternehmer mitmachen.
Bis Ende des Jahres sollen die Menschen an der Mevissenstraße in Dülken ihre Ruhe finden. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer hat sich mit dem Vorstandssprecher der DB Netz in Frankfurt, Oliver Kraft, auf eine unbürokratische Lösung verständigt. Voraussetzung ist, dass die Stadt Viersen mitspielt und "Unternehmer bürgerschaftliche Verantwortung tragen".
Seit Jahren stöhnen Anwohner der Mevissenstraße unter dem Lärm der stark befahrenen Bahnstrecke Venlo-Köln. Es gibt eine Bürgerinitiative, die leidenschaftlich, aber bisher vergeblich um Lärmschutz kämpft. Erreicht wurde bisher nur, dass der Abschnitt in eine Projektliste aufgenommen wurde, sich darauf aber recht weit hinten befindet. Kurzfristige Linderung ist nicht zu erwarten.
Hoffnungsschimmer
Bürgerinitiative Noch im Juni zeigte sich die Bürgerinitiative stocksauer. Sie hatten erfahren, dass der Plan, Geld aus dem Konjunkturpaket für Lärmschutz locker zu machen, nicht umgesetzt werden könnte. Schummers erneute Initiative ist jetzt ein Hoffnungsschimmer.
Belastung Täglich rollen mindestens 80 Güterzüge nur wenige Meter an den Häusern vorbei.
Schummer hat dies gegenüber Kraft angesprochen. Aber der sieht keine Chance, Dülken weiter nach vorne zu ziehen. Die objektiven Kriterien wie Anzahl betroffener Bürger, Fahrdichte auf der Strecke und verschiedene Emmissionsformen reichen nicht, um höher gestuft zu werden. "Die Vorgaben kann man nicht umgehen, es gibt Bereiche im Bundesgebiet, die härter getroffen sind", erklärte Schummer gestern.
In Hamburg hat man aber mit der Bahn eine Form der Zusammenarbeit gefunden, die auch auf Dülken angewendet werden kann. Die Stadt Viersen nimmt nicht abgerufene Investitionsgelder aus dem Konjunkturpaket II in Anspruch, die Bahn hilft weiter mit Logistik und Technik, dann müssten noch Bauunternehmer gefunden werden, die über Sponsoring bereit sind, Gabionen zu errichten. Das sind in Drahtkäfigen aufgeschichtete Steine, ähnlich einer Mauer.
Die DB Netz ist nach Schummers Angaben bereit, alle erdenklichen Vorbereitungen mitzutragen und vor allem jemanden nach Viersen zu schicken, der entscheiden kann. Der Abgeordnete hat daher bereits mit Bürgermeister Günter Thönnessen und Stadtbaurat Zenses Kontakt aufgenommen, um das Verfahren zu beschleunigen. "Die DB Netz sichert zu, andere Formen eines Joint Venture, also einer speziellen Form der Zusammenarbeit, in Viersen einzugehen", erklärt Uwe Schummer.
"Der Abschnitt müsste untersucht werden auf Leitungen, die in der Erde liegen. Die Vorarbeiten sollten zügig angepackt und umgesetzt werden. Ich bin sicher, dass, wenn alle Voraussetzungen erfüllt werden, die Gabionen bereits vor dem Jahresende stehen", ist Schummer zuversichtlich. Der Abgeordnete hatte vor Jahren schon maßgeblich daran mitgewirkt, dass in Alt-Viersen Lärmschutzwände entlang des Bahndamms errichtet wurden. Möglich wurde dies, weil der Ansatz für Lärmschutz entlang Bahnstrecken im Bundeshaushalt verdoppelt wurde.
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