Viersen: Es geht ein Licht auf
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 15.11.2011Viersen (RP). Keine Energiequelle ist nachhaltiger als das Sonnenlicht. Auf Dächern in der Stadt haben die Niederrheinwerke deshalb Solaranlagen aufgebaut, die nun Strom produzieren. Doch viel Potenzial in Viersen gibt es nicht mehr.
Immer wenn morgens die Sonne aufgeht, dann weiß Tafil Pufja, das wird ein guter Tag. Denn dann arbeiten auf den Dächern der Stadt die Module für die Niederrheinwerke Reenergie Viersen, die sie für rund zwei Millionen Euro hat bauen lassen. Sie produzieren Strom. Das Tochterunternehmen der Niederrheinwerke betreibt insgesamt zwölf Solaranlagen, acht davon in der Stadt Viersen auf öffentlichen Dächern. So wird Energie aus einer der Quellen gewonnen, die man mit Fug und Recht erneuerbar nennen darf: aus dem Sonnenlicht.
Pufja, der Prokurist der Niederrheinwerke, ist zufrieden mit den Anlagen. Sie erzeugen in der Spitze (Peak) 550 Kilowatt. Allein die größte Anlage auf dem Dach des Sportzentrums am Ransberg erzeugt mit ihren 490 Modulen (das sind rund 2000 Quadratmeter) einen Peak von rund 100 Kilowatt. Das ergibt etwa 80 000 Kilowattstunden Strom im Jahr – das reicht für mehr als 20 durchschnittliche Haushalte. An den meisten Anlagen wird der Strom direkt ins öffentliche Netz eingespeist.
Tocher-Unternehmen
Unternehmen Die Niederrheinwerke Reenergie ist ein Tochterunternehmen der Niederrheinwerke Viersen GmbH und der Gemeindewerke Grefrath GmbH.
Geschäftsführer Erik Ix: "Wir haben Interesse an weiteren Projekten und prüfen derzeit, wie wir unser Engagement im Bereich der erneuerbaren Energien weiter ausbauen können."
Die Anlage auf dem Sportzentrum ist die größte, außerdem sind Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Viersener Aktienbaugesellschaft und seit Januar dieses Jahres auch auf dem Dach der Garage der Städtischen Betriebe aufgebaut. Vier weitere Anlage sind in Grefrath installiert. Auf Privatdächern allerdings hat der Versorger noch keine Module errichtet. Und das hat seinen Grund. "Die Anlagen müssen günstiger werden, weil Einspeisevergütungen sinken", sagt Tafil Pufja. "Wenn der Modulpreis sich anpasst, dann lohnt es sich auch weiter, Solaranlagen zu bauen. Es ist nicht absehbar, dass das unwirtschaftlich wird."
Zudem muss ein Dach auch gewisse Voraussetzungen erfüllen. "Wir suchen Schrägdachflächen ab einer Größe von 150 Quadratmetern und Flachdächer, die mindestens 500 Quadratmeter groß sind", sagt Pufja. Zudem dürfen die Dächer in den kommenden Jahren auch nicht sanierungsbedürftig werden, und sie müssen die Last der Module auch tragen können. Am Ransberg war das zum Beispiel nur möglich, weil das Dach der Halle frisch saniert wurde. Auf dem Dach des benachbarten Schwimmbades hätten die Niederrheinwerke auch gerne Module aufgebaut. Allerdings trägt das Dach dort bereits die gewaltige Anlage der Klimatechnik – noch mehr wäre zu viel gewesen. Potenziale in Viersen seien noch vorhanden, meint Pufja, aber eben nur sehr begrenzt. "Die eigenen Dächer sind ausgereizt", sagt der Prokurist.
So simpel es auch ist, aus Sonnenlicht Strom zu produzieren, so ungewiss kann diese Investition auch sein. Denn es gibt nie eine kontinuierliche Stromproduktion. "Deshalb halte ich Solarenergie für einen Bestandteil des Energiemixes der Zukunft", sagt Pufja. "Welche Bedeutung er hat, hängt von der technologischen Entwicklung ab."
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