Brüggen: Fahrradöl und toter Teig
VON PAUL OFFERMANNS - zuletzt aktualisiert: 09.02.2009Brüggen (RPO). Ein voller Erfolg war die erste Ausbildungsmesse, die die Gesamtschule Brüggen veranstaltete.
Schüler wie Betriebe zeigten sich zufrieden. An eine Neuauflage im kommenden Jahr wird bereits gedacht."Toter Teig" lag auf einem Tisch im Informationsraum der Landbäckerei Stinges aus Lüttelbracht. "Damit können Jugendliche Brötchen formen oder einen Zopf flechten", erläuterte Stefan Deckers bei der ersten Ausbildungsmesse an der Gesamtschule Brüggen.
Fünf Jugendliche bildet Stinges in der Produktion aus. Im Ausbildungsberuf Bäckereifachverkäuferin stehen sogar zehn Stellen bereit. Adriana Münch aus der neunten Klasse, die sich mit Mutter Uschi umsah, war grundsätzlich sehr interessiert am Bäckerhandwerk. Allerdings hatte sie auch einige Bedenken: "Ich wollte immer schon Bäckerin werden", so Adriana Münch. "Wenn nicht das frühe Aufstehen wäre." Auch das Kneten des Teiges stellte sie sich als Kraftakt vor. Von Stefan Deckers erfuhr sie, dass das inzwischen Maschinen- und nicht Menschenarbeit ist. Deckers bot an, sich vor Ort umzuschauen: "Adriana kann in unserem Betrieb einen Schnupperkurs machen."
Rollenspiele
Vorabarbeit Brüggens Streetworkerin Heike Thiele machte Jugendliche von der Straße und aus dem Jugendzentrum auf die Ausbildungsmesse aufmerksam.
Vorgehen Heike Thiele übte in Rollenspielen mit den Jugendlichen, wie sie richtig fragen und was sie von den Ausstellern wissen möchten.
Zweiradmechaniker werden
Patrick Heister (16), Klasse 10c, schaute sich derweil am Stand des Meister-Reparaturbetriebs "Zweirad" von der Boisheimer Straße um: Andreas Dondit vom Fahrradladen sagte: "Ich bin erstaunt, wie viele den Beruf des Zweiradmechanikers gar nicht kennen." Für Patrick Heister kam eine solche Ausbildung allerdings nicht in Frage. "Ende des Schuljahres gehe ich auf das Berufskolleg" erzählte er. "Ich sehe mich noch einmal hier um, obwohl ich schon weiß, dass ich Autolackierer werden will."
Simon Koppers (14), Schüler der achten Klasse, war gemeinsam mit seinem Onkel Hans-Willi Koppers auf Infotour. Koppers hatte mächtig zu schleppen: eine Tüte voller Informationsmaterial hatten sie eingesammelt.
An die Hand genommen
Insgesamt kam die Ausbildungsbörse bei Schülern wie Ausstellern gut an. Jugendliche, aber auch Eltern löcherten die Fachleute mit allen möglichen Fragen – angefangen von den einzelnen Berufen bis hin zu weiteren Bildungsmöglichkeiten oder einem Studium. Zweigstellenleiter Thomas Hellmann von der Volksbankfiliale Brüggen fand: "Unser Stand wurde gut frequentiert von Schülern als auch von Eltern." Joachim Wagner, stellvertretender Schulleiter der Gesamt-schule Brüggen, zog Bilanz: "Es sind viele Eltern mitgekommen, die ihre Kinder ‚an die Hand' genommen haben. So wie es sein sollte."
Nach dem Erfolg der ersten Ausbildungsmesse waren sich Joachim Wagner und Annette Simon vom Schulverwaltungsamt einig: "Wir denken, dass wir das im kommenden Jahr wiederholen werden."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



