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Schwalmtal: Familie: Amokschütze ist gewalttätig

VON INGRID KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 02.03.2010 - 17:46

Schwalmtal (RPO). Im Prozess um das schreckliche Verbrechen in Schwalmtal-Amern verfolgte der Rentner (72) auf der Anklagebank am Dienstag die Aussagen von Zeugen aus der Familie emotionslos und ohne die geringste Spur von Nervosität.

Beim Prozessauftakt hatte der Angeklagte geweint.  Foto: ddp
Beim Prozessauftakt hatte der Angeklagte geweint. Foto: ddp

Erstaunlich, denn die Urteile über den Mann aus Unna, der wegen dreifachen heimtückischen Mordes sowie eines Mordversuchs angeklagt ist, waren durchweg negativ. Der eigene Enkel (19), der seit Jahren weder zum Opa noch zur Mutter Kontakt hat, schilderte den Großvater als gewalttätig, rechthaberisch und humorlos.

„Früher hat er mich und meine Cousins grundlos geschlagen”, erinnerte sich der 19-Jährige im Gerichtssaal. Nach der Trennung seiner Eltern sei er zu seinem Vater gezogen. Der Vater bekam das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Dann begann der Streit um das Einfamilienhaus in Amern, der letztlich in dem dreifachen Mord am 18. August 2009 gipfelte.

An dem Tag sollte vor der bevorstehenden Zwangsversteigerung der Wert des Grundstücks ermittelt werden. Zwei Sachverständige und zwei Rechtsanwälte waren daran beteiligt. Offensichtlich ging es dabei auch um die Teilung des Hauses zwischen der Tochter des Rentners und dem Ex-Schwiegersohn. „Die Teilung des Hauses konnte der Großvater nie verstehen”, war sich der Enkel gestern sicher. Deshalb richtete sich der Zorn des Angeklagten hauptsächlich auf den Ex-Schwiegersohn und die Anwälte.

„Und die Gutachter waren geschmiert”, so der Vorwurf des Amokschützen. Von allen sei seine Tochter über den Tisch gezogen worden. Deshalb zog er am Tattag eine Waffe hinter dem Rücken hervor, zielte und erschoss einen Sachverständigen und zwei Rechtsanwälte. Der Mönchengladbacher Bernd Püllen, der als Sachverständiger beim Vermessungsamt des Kreises Viersen tätig war, wurde dabei von drei Schüssen getroffen und schwer verletzt.

Auch der Ex-Schwiegersohn des Angeklagten schilderte den 72-Jährigen als rechthaberisch, „der ausrastete, wenn es nicht nach ihm ging.” Am Tattag wurde er von einer Schwester über „Schüsse in Amern” informiert. Zusammen mit einer Tante, dem Sohn und seiner Lebensgefährtin sah er den Angeklagten nach der Tat im Polizeiwagen. „Der streckte uns die Zunge heraus. Das sollte wohl heißen, jetzt habe ich es euch gezeigt”, erinnerte sich der Ex-Schwiegersohn.

Quelle: RP

 
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