Brüggen: FDP will Bracht voranbringen
VON GABI LAUE - zuletzt aktualisiert: 01.10.2011Brüggen (RP). Die Brüggener Liberalen haben einen Antrag an den Rat gestellt, für Bracht einen Dorfentwicklungsplan auf den Weg zu bringen. So habe sich auch der Ortsteil Born sehr positiv entwickelt. Brüggen soll Zuschüsse beantragen.
Die FDP Brüggen hat die Initiative ergriffen und die wiederholt formulierte Forderung nach einem Dorfentwicklungsplan für den Ortsteil Bracht als Antrag an den Rat eingereicht. Im Haushalt 2012 sollen Mittel für die Dorfentwicklung Bracht bereitgestellt werden, die Verwaltung soll dazu Anträge zur Bezuschussung bei der Bezirksregierung Düsseldorf stellen. "Immer mehr Bürger fragen, warum nicht ein solcher Plan für Bracht entwickelt wird. Sie wollen den Ort nach vorne bringen", erklärte FDP-Vorsitzender Andreas Bist.
In Born konnte die Gemeinde Brüggen über viele Jahre bereits sehr gute Erfahrungen mit einem so genannten Dorfentwicklungsplan sammeln, begründet die FDP ihren Antrag. Born habe sich zur Freude der Bürgerinnen und Bürger sehr positiv entwickelt und erfolgreich am Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" teilgenommen. Jetzt wünschten viele Bürger in Bracht, einen solchen Dorfentwicklungsplan auch für ihren Ortsteil zu erstellen.
Dohlendorf Bracht
Einwohner 6579
Honschaften Zu Bracht gehören die Honschaften Alst, Boerholz, Angenthoer, Heidhausen, Stevensend und Hülst.
Geschichte Schriftlich erstmals 1116 in einer Urkunde des Gladbacher Benediktinerklosters als "Braht" erwähnt, wurde Bracht schon in der Keltenzeit besiedelt und war unter den Karolingern als "Mühlbracht" bekannt.
Industrie/Kunst Ab 1890 wurde die Tonindustrie prägend für die Region. In Bracht wurde 1558 der später berühmt gewordene Maler und Kupferstecher Hendrick Goltzius geboren.
"Dass Interesse von Seiten der Bevölkerung besteht, an der Zukunft mitzuarbeiten, konnte man an den Besucherzahlen zur Zukunftswerkstatt Brüggen erkennen. Leider konnten jedoch die hohen Erwartungen, die sich bei vielen auf die Erstellung eines konkreten Dorfentwicklungsplan bezogen, mit dieser Veranstaltung und in der Zeit danach nicht erfüllt werden", argumentieren die Liberalen. Nun ruhe die Zukunftswerkstatt.
"Ideen gibt's genug", sagte Andreas Bist. "Wir brauchen Richtlinien, an denen entlang wir Punkt für Punkt abarbeiten können." Weizer- und Dingelstadt-Platz könnten attraktiver gestaltet, die Gemeinschaft könnte gestärkt werden. "Traditionen sterben aus, so hört man, dass der Nikolausmarkt entfallen wird. Es gibt viele Leerstände, Häuser vergammeln zum Teil", zählte Bist Defizite auf.
Bereits Ende 2010 hatte die Verwaltung auf Anfrage der FDP-Fraktion mitgeteilt, dass die Zukunftswerkstatt Brüggen, die gerade für den Ortsteil Bracht einen hohen Handlungsbedarf festgestellt hatte, ruht. Auf die Initiative von Bürgermeister Gerhard Gottwald wurde im Mai der Arbeitskreis "Ortsmarketing Bracht" wiederbelebt, um mit Bürgern über Probleme zu diskutieren.
In der Ratssitzung vom 31. Mai, in der die Wiederbelebung des Ortsmarketings Bracht beschlossen wurde, machte die FDP deutlich, dass bei professioneller Begleitung auch die Aufstellung eines Dorfentwicklungsplans denkbar wäre.
Bist: "Nach der Sitzung des Arbeitskreises Ortsmarketing Bracht sind wir als FDP-Fraktion umso mehr zu der Erkenntnis gekommen, dass Bracht unbedingt einen professionell begleiteten Dorfentwicklungsplan benötigt, um sich in allen Bereichen gut abgestimmt weiterentwickeln zu können."
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