Schwalmtal: Flauschige Gäste in der Kita
VON LAURA SCHAMEITAT - zuletzt aktualisiert: 22.02.2012Schwalmtal (RP). Der Kleintierzuchtverein Elmpt hat der Bewegungskita Schier in Waldniel einen Schaubrüter zur Verfügung gestellt. Neun Küken schlüpften vor den Augen der Kinder aus ihren Eiern.
In der Bewegungskita in Schier piept es. Die Geräusche kommen aus einem kleinen Holzkasten, der direkt am Eingang steht. Wer näher herangeht, sieht: Hier tummeln sich neun schwarze und braune Küken um einen Wassernapf.
Hermann-Josef Güldenberg hat den Brutkasten – auch Schaubrüter genannt – mitgebracht. Die Kinder konnten ganz genau verfolgen, wie die Küken aus den Eiern schlüpften und ihre ersten Schritte machten. "Meine Enkelkinder sind hier im Kindergarten und meine Tochter bat mich, den Kasten hier aufzustellen", erzählt Güldenberg. Er ist Mitglied im Kleintierzuchtverein Elmpt und züchtet zu Hause hobbymäßig Hühner.
Der Schaubrüter
Hermann-Josef Güldenberg und der Kleintierzuchtverein Elmpt stellen ihren Schaubrüter gerne interessierten Kindergärten und Schulen zur Verfügung. Güldenberg hofft, durch diese Aktionen Kinder und Jugendliche für seinen Verein zu begeistern. Wer Interesse an dem Schaubrüter hat, kann sich bei Güldenberg unter Tel. 02163 20834 melden.
Ein emotionaler Moment
"Die Kinder sollen auf diese Weise mit der Entstehung von Leben vertraut gemacht werden und Respekt vor der Natur vermittelt bekommen", erklärt Güldenberg und ergänzt: "Je jünger die Kinder sind, desto intensiver ist das Erlebnis." Der Kindergarten hat die Kinder vorher mit einem Projekt über Bauernhöfe an das Thema herangeführt. "Dafür haben wir unsere Gruppen umbenannt. Es gibt also gerade einen Schweinestall, einen Kuhstall und einen Hühnerstall", sagt Inge Schäben-Buscher, Leiterin der Kita.
"Als die Küken geschlüpft sind, war das ein ganz emotionaler Moment für die Kinder. Und auch viele Eltern sind hier geblieben, obwohl sie eigentlich noch Termine hatten", erzählt Schäben-Buscher. Für die Küken bedeute der Rummel keinen Stress, erklärt Güldenberg: "Die sind robust, das macht ihnen nichts aus."
Namen haben die kleinen Ehrengäste im Kindergarten auch schon bekommen. "Piepsi und Küki heißen die beiden, die zuerst geschlüpft sind", erzählt Schäben-Buscher. Ein anderes wurde Calimero getauft, nach dem italienischen Zeichentrickküken mit der Eierschale auf dem Kopf.
Bevor Güldenberg die kleinen Flauschbälle wieder mitnimmt, dürfen alle Kinder noch einmal ein Küken auf die Hand nehmen und werden dann fotografiert. Die Bauernhofreihe in der Kita geht aber auch nach den Küken noch weiter. "Wir machen noch Ausflüge, zum Beispiel zu einer Biogasanlage", erklärt Mitarbeiterin Beate Kontzen.
Die Küken werden nun jedenfalls für ihr ganzes Leben lang dem Karneval verbunden sein. "Sie sind geschlüpft, als wir hier mit den Kindern Karneval gefeiert haben", sagt Schäben-Buscher. Und Güldenberg ergänzt: "In den ersten Tagen werden die Küken geprägt. Sie werden also jetzt wahrscheinlich immer der Karnevalsmusik hinterher laufen."
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