Viersen: Flucht auf getuntem Mofa
VON JOACHIM NIESSEN - zuletzt aktualisiert: 23.06.2008Viersen (RPO). Auf einem etwa 65 Stundenkilometer schnellen Mofa versuchte ein 16-Jähriger, einer polizeilichen Kontrolle zu entgehen – vergeblich. Jetzt erwartet den Jugendlichen eine Strafanzeige.
Beliebt, aber gefährlich – und das mit weit reichenden Folgen: das Mofa-Tuning. Davor warnt die Polizei eindringlich – und sie kennt ihre Pappenheimer. „Den Tüftlern gehen die Ideen nicht aus. Eine Manipulation an der ,Blackbox’, Beseitigung der Drosselung, Montage eines Sportauspuffs: das ist das Standardrepertoire der jungen Geschwindigkeitsfanatiker“, weiß Polizeisprecherin Antje Heymanns. „Mofas beziehungsweise bestimmte Motorroller dürfen aber nur 25 Stundenkilometer schnell sein.“
Das wusste am Dienstagabend gegen 22.45 Uhr auch eine Streifenwagenbesatzung, die im Kreisgebiet unterwegs war. Ihr fiel ein Kleinkraftradroller auf, der mit etwa 50 Stundenkilometern unterwegs war. Da für das Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern vorgeschrieben ist, wollten die Beamten den schnellen Zweiradfahrer kontrollieren. Und in der Tat: Der Rollerfahrer schickte sich auch zunächst an, den Haltezeichen der Polizei zu folgen. Als die Beamten den Streifenwagen zwecks Überprüfung verließen, startete der junge Mann durch, schaltete das Licht aus und raste in halsbrecherischer und teilweise verkehrsgefährdender Weise über Gehwege, über Straßen und durch einen Park.
Tuning
Design Mit Fahrzeugtuning bezeichnet man individuelle Veränderungen an Pkw, Zweirädern und auch Lastkraftwagen, die dem Zweck dienen, die Leistung oder die Fahreigenschaften zu verbessern oder auch das optische und akustische Design zu ändern.
Motor Der Begriff Tuning bedeutet im Wortsinn Feinabstimmung und meint im engeren Sinne die Feinabstimmung des Motors, der Aerodynamik einer Karosserie oder des Fahrwerks zur Leistungssteigerung.
Zylinder Im weiteren Sinn gehört dazu auch zum Beispiel das Aufbohren der Zylinder.
Doch der junge Mann hatte kein Glück: Aufgrund des abgelesenen Versicherungskennzeichens gelang es der Polizei schnell, den Halter des Mofas zu ermitteln. An der Wohnanschrift trafen sie den 16-Jährigen an, den sie sofort als den flüchtigen Fahrer identifizieren konnten. Der junge Mann gab den Vorfall zu und erklärte, dass er „Panik“ vor der Kontrolle hatte. Sein Mofa habe er getunt, und es sei insoweit etwa 65 Stundenkilometer schnell.
Heymanns: „Die Beamten stellten das manipulierte Mofa und die Fahrzeugpapiere sicher. Über den weiteren Verbleib wird die Staatsanwaltschaft jetzt befinden.“ Gegen den 16-jährigen Schüler, der nur im Besitz einer Mofaprüfbescheinigung ist, erstatteten die Beamten Strafanzeige wegen Verdachts der Gefährdung des Straßenverkehrs und Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Die Führerscheinstelle wird informiert. Auch gegen den Halter des Mofas erstatteten die Einsatzkräfte Anzeige.
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