Viersen: Fragen nach der Konfession
VON JANNETTA SZPAK - zuletzt aktualisiert: 03.11.2008Viersen (RPO). Mit dem Reformationstag begann in der ev. Kirchengemeinde Lobberich-Hinsbeck eine Reihe von Herbstveranstaltungen. Zum zweiten Mal diskutierte die Gemeinde die Frage „Warum bin ich Protestant?“
Lobberich Im evangelischen Gemeindehaus in Lobberich sind alle Plätze besetzt. Viele zieht es am Reformationstag jedes Jahr in die Räume an der Steegerstraße. Die Besucher wollen sich den Vortrag zum Thema „Warum bin ich Protestant?“ von Buchhändler Hans K. Matussek anhören. Die Gruppe der Zuhörer ist gemischt: Neben älteren Teilnehmern sind auch viele Jugendliche an der Antwort auf die Frage interessiert.
Hans K. Matussek hat sich ein Jahr Gedanken zu der Frage „Warum bin ich Protestant?“ gemacht. „Das Wort Protestant existierte in meinem Wortschatz überhaupt nicht“, erklärt der Buchhändler. Er geht zurück zu den historischen und politischen Anfängen des Wortes und stößt dabei auf viele verschiedene Wortbedeutungen: Was heißt Protestantismus überhaupt? Die Besucher sind eingeladen, sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen. Der Gymnasiallehrer Klaus Hubatsch weist auf das richtige Verständnis des Wortes hin: „Viele verwechseln das mit ,gegen etwas protestieren’, es heißt aber: für etwas zeugen.“
2009 fortsetzen
Referent gesucht Zum zweiten Mal fand in der evangelischen Kirchengemeinde ein Vortrag zum Thema „Warum bin ich Protestant?“ statt. Diese Tradition möchte Pfarrer Dr. Matthias Engelke beibehalten. Für 2009 hat sich noch niemand bereit erklärt, doch Pfarrer Engelke ist guter Hoffnung, dass sich jemand bei ihm melden wird.
Früher Entscheidung der Eltern
Matussek hat eine andere, für ihn bessere Fragestellung gefunden. „Warum bin ich evangelisch?“, fragt er während seines Vortrages. Die Frage gibt er weiter an die Besucher. Jeder kann dazu eine eigene und persönliche Geschichte erzählen. Auch Georg Kosche erzählt: „Man hat keinen Einfluss darauf, in welche Konfession man hineingetauft wird. Früher war es die Entscheidung der Eltern“, so der Lobbericher. Heute kann jeder seine Konfession selber bestimmen. „Ich hörte früher von meinen Kollegen oft das Wort ,protestantisch’ über die Lippen kommen, als wäre es etwas schlimmes“, erinnert sich der Rentner. Der evangelische Pfarrer Dr. Matthias Engelke freut sich über die rege Beteiligung seiner Kirchenmitglieder. Im letzten Jahr hat er seine Gedanken zum Thema vorgestellt.
Parallel zum Reformationstag beginnt im Gemeindehaus die Ausstellungseröffnung mit Fotos vom Weltjugendtag in Australien. Walter Schierkes, Gemeindereferent der katholischen Pfarre St. Sebastian, hat vier Wochen mit zehn Jugendlichen in „Down Under“ verbracht und erzählt von den Abenteuern in Australien. „Wir waren fasziniert von der Flora und Fauna, von der multikulturellen und –religiösen Gemeinschaft“, sagt er. Die vier Freundinnen Lena, Fiona, Vera und Diana haben gespannt zugehört. „Der Vortrag von Herrn Matussek war sehr interessant“, sagt die 14-jährige Lena Bäumges. Doch jetzt sind sie spät dran und warten darauf, dass jemand sie abholt. „Heute ist doch Halloween, wir sind noch auf eine Party eingeladen.“
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