Kreis Viersen: Für Milchbauern ist der Kampf noch nicht beendet
zuletzt aktualisiert: 24.07.2008Kreis Viersen (RPO). Etwa 70 Milchbauern konnte Michael Glücks bei der Versammlung der Milchviehhalter aus dem Kreis Viersen am Dienstagabend im Hotel-Restaurant „Zum Schänzchen“ in Nettetal begrüßen. Einig waren sich die Landwirte, dass durch den Milchlieferstopp Anfang Juni 2008 noch nicht der Durchbruch beim Preiskampf erreicht wurde. „Milchbauern sind aber inzwischen am Verhandlungstisch. Das ist ein Erfolg“, unterstrich der Dülkener Glücks. Das wirtschaftliche Ziel „Eine Vier vor der Null“, also möglichst 43 Cent je Liter, wurde aber nicht erreicht. „Für die Konzerne wie Lidl waren die versprochenen Preiserhöhungen von 9 Cent je Liter Trinkmilch eine PR-wirksame und politische Aktion“, so Glücks. Tatsächlich hätten die Molkereien sehr viel weniger an die Milchbauern gezahlt: Seit Mitte Juli liegen die Abrechnungen für Juni den Bauern vor: MuH (Milch Union Eifel) zahlte 3 Cent, Wallhorn 0,22 Cent je Liter mehr.
Martin Dahmen aus Tönisvorst wusste warum: „Trinkmilch macht nur einen Teil des Marktes aus, sehr viel mehr unserer Rohmilch geht in die Milchverarbeitung.“ Willi Brunen aus Lobberich forderte europaweite Lösungen. „Deutschland alleine schafft keine gerechten Preise.“ Zudem müssten alle dann disziplinierter sein. Die relativ hohen Preise führten zur Überproduktion und zum Preisverfall Ende 2007, meinte er. Die Milcherzeuger wollen weg von der EU-Förderung, von Quoten und Saldierungen. „Selbstbeschränkung und gemeinsames Agieren gegenüber Konzernen und Molkereien.“
Forderung an Verband
Willi Glücks, stellvertretender Kreislandwirt von der Dülkener Nette, warnte vor einem Bruch mit dem Bauernverband: „Wir sollten es nicht den Kollegen aus dem Kreis Wesel gleich tun. Wir sollten ncht gemeinsam aus dem Verband austreten, sondern verhandeln.“ Man kritisiere oft die falschen Personen. Anderer Meinung war sein Sohn Michael Glücks vom Kreis-Team im Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM): „Der Verband sollte unsere Gewerkschaft sein, Aber er vertritt nicht unsere Interessen. Vorsitzender Sonnleitner will an EU-Subventionen und Quoten festhalten. Wir sollen weg von Quoten und Subventionen aber zu gerechten Preisen, die unsere Kosten decken.“ Glücks junior sprach sich für den gemeinsamen Austritt aus dem Bauernverband aus.
Einstimmig forderten die Milchbauern durch Unterschriftenliste den Kreis-Bauernverband auf, spätestens bis zum 5. August eine gemeinsame Veranstaltung mit dem BDM (Milcherzeuger) im Kreis Viersen zu organisieren.
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