Kreis Viersen: Geschichten und Geschichtchen
VON ANDREAS REINERS - zuletzt aktualisiert: 08.11.2006Kreis Viersen (RPO). Zum 58. Mal ist ein Heimatbuch des Kreises Viersen erschienen. Der neue Band für 2007 enthält 30 Aufsätze von 30 Autoren. Titelbild ist ein Eisvogel, wie er in den hiesigen Breiten heimisch ist. Das Buch ist ab heute zu haben.
Für Landrat Peter Ottmann und Kreiskulturdezernent Prof. Dr. Leo Peters steht außer Frage: Bei aller Globalisierung spielen die familiären Wurzeln, die Heimatverbundenheit eines jeden Einzelnen eine wichtige Rolle. „Das Wort ,Heimat’ ist wieder salonfähig“, meinte Peters gestern bei der Vorstellung der 58. Ausgabe des Heimatbuches des Kreises Viersen. Seit 1976 – diesmal zum 32. Mal – trägt der gelernte Historiker Peters die redaktionelle Verantwortung. Das neue Werk bietet auf knapp 320 Seiten wieder einen interessanten Überblick über Persönlichkeiten, Geschichten und Geschichtchen, Kunst und Kultur sowie Natur und Landschaft im Kreis Viersen.
6500 Exemplare
Das Heimatbuch des Kreises Viersen 2007 (ISSN 0948-6631) ist ab heute im örtlichen Buchhandel erhältlich. Es kostet 8 Euro. Die redaktionelle Verantwortung liegt bei Prof. Dr. Leo Peters. Hergestellt worden ist es bei B.o.s.s. Druck und Medien in Goch. Die Auflage beträgt rund 6500 Stück. Frühere Heimatbücher sind teilweise noch über den Buchhandel zu bestellen.
Viele bekannte Autoren
Peters hat insgesamt 30 Autoren gewinnen können, die mit ihren Arbeiten das Heimatbuch bereichern. Etliche von ihnen sind alte Bekannte, wie der erst kürzlich 80 Jahre alt gewordene Diplom-Textilingenieur Walter Tillmann. Der Initiator des Museums „Die Scheune“ in Hinsbeck berichtet über „Preußische Wirtschaftsförderung mit Beispielen aus 1787 bis 1796“. „Die Franzosen am Niederrhein“ und welche zum Teil seltsamen und amüsanten Spuren sie in der Literatur, in Anekdoten, in den Kinderliedern und Gedichten hinterlassen haben, darüber berichtet die Viersenerin Prof. Dr. Helena Siemes. Historische Kriminalgeschichte liefert sozusagen Kreisarchivar Dr. Gerhard Rehm mit seinem Beitrag „Zur Fälschung des Kempener Schöffensiegels im 14. Jahrhundert“.
Was wohl kaum bekannt ist: Bedburg-Hau und Kaldenkirchen haben vor 100 Jahren im Wettstreit gestanden – um die „Provinzial-Heil- und-Pflegeanstalt für Geisteskranke“. 1906 wollten Kaldenkirchener Bürger die heutige Rheinischen Kliniken gerne in ihrer Stadt – im Rittergut Altenhof – haben. Leo Peters hat dieses Thema aufgegriffen und meint, dass der Plan nicht verwirklicht worden ist, sei für Kaldenkirchen aus heutiger Sicht durchaus ein Glücksfall.
Kunst- und Architekturgeschichte beschreiben im neuen Kreis-Heimatbuch unter anderem Ulrich Schäfer (Ein Retabelschrein mit Bergpredigt im Kempener Kramer-Museum), Karl-Heinz Schroers (Die alten Fenster von St. Michael Waldniel) oder Elisabeth Friese (Ein böhmischer Glaspokal aus dem 19. Jahrhundert für den Kreisphysicus Dr. Johann Heinrich Kauerz).
Der neunte Ornithologische Jahresbericht für den Kreis Viersen ist in dem Buch ebenfalls zu lfinden wie auch ein Beitrag zum Eisvogel – er ist auf dem Titelbild zu sehen –, Gebirgsstelze und Flussregenpfeifer.
Landrat zur Sparkasse
Die Sparkasse als „einen starken Partner in der Region“ beschreibt ein Aufsatz von Landrat Peter Ottmann. Statistisches zur Bundestagswahl 2005 (Anke Faßbender) als auch der schon traditionelle Jahres-Rückblick von Jürgen Karsten runden die 58. Ausgabe des Heimatbuches für den Kreis Viersen ab.
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