Viersen: Gisela Werner leitet Berufskolleg
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 27.07.2007Viersen (RPO). Die 54-jährige Viersenerin wurde Nachfolgerin von Jürgen Schroeren in Dülken. Vorher war sie 25 Jahre am Berufskolleg Glockenspitz in Krefeld. Die neue Schulleiterin sucht gezielt den engen Kontakt zu Vertretern von Handwerk und IHK sowie zu Unternehmern selbst.
Gisela Werner freut sich riesig hat sich auf ihre neue Aufgabe als Leiterin des Berufskollegs Viersen in Dülken. Die 54-jährige Viersenerin tritt ihre Aufgabe mit dem 1. August an. Die Studiendirektorin ist Nachfolgerin des im Juni in den Ruhestand verabschiedeten Jürgen Schroeren. Zuvor war die gelernte Bauzeichnerin, die in Aachen Bautechnik und evangelische Religion für das Lehramt an berufsbildenden Schulen studiert hatte, 25 Jahre am Krefelder Berufskolleg Glockenspitz – zuletzt als stellvertretende Leiterin.
Für den Kreis war diese Personalentscheidung ein Novum. Nicht der Kreistag, sondern die Schulkonferenz, gebildet aus Vertretern des Kollegiums, der Schülerschaft, der Eltern und einem Vertreter der Kreisverwaltung, wählten Frau Werner. Die Bezirksregierung stimmte dieser Entscheidung dann zu. Der Schuldezernent des Kreises, Prof. Dr. Leo Peters, fand denn auch kritische Worte, unabhängig von der Person und der Entscheidung für Gisela Werner, für das vom Land so entschiedene Verfahren. Es sei nicht gerade ein Vertrauensbeweis für die Kommunen, und prinzipiell sei es wohl einmalig, dass „Untergebene sich ihre Chefs selbst wählen können“, so Peters.
Drei Abteilungen
Gisela Werner ist verheiratet und Mutter von zwei Töchtern.
Bündelschule Das Berufskolleg in Dülken ist eine so genannte Bündelschule mit den Abteilungen Wirtschaft und Verwaltung, Sozialwesen und Hauswirtschaft sowie Technik. Träger ist der Kreis.
Zahlen Am Berufskolleg unterrichten 93 Lehrkräfte, besucht wird es von 2146 Schülern, es bietet 32 Bildungsgänge in Vollzeit- und Teilzeitform an.
Informationen Mehr zur Schule: www.berufskolleg-viersen.de
Mit viel Schwung will Gisela Werner ihre neue, weitgespannte Aufgabe angehen. Denn das Berufskolleg fördert Junge Menschen mit einer gewaltigen Bandbreite – vom noch nicht für eine Berufsausbildung geeigneten Jugendlichen über den Nachwuchs für Handel, Industrie und Handwerk bis hin zu Bankkaufleuten und schließlich bis zur Fachhochschulreife. Gisela Werner will ihre unstrittigen kommunikativen Fähigkeiten einsetzen in enger Zusammenarbeit mit Gremien des handwerks und der IHK sowie unmittelbar mit Unternehmern selbst. Sie ist fest überzeugt vom System der dualen Ausbildung, in der Jugendliche im Betrieb praktisch und in der Schule theoretisch gefördert werden. Die Ausbildungsleistung dieses System ist jedoch in den vergangenen Jahren permanent zurückgegangen. Dem will die Viersenerin entgegenwirken – gemeinsam mit dem Kollegium, dessen Teamarbeit sie fördern und fordern wird.
Ausdrücklich lobte sie den Schulträger nach ersten Eindrücken von der Schule selbst. Ausstattung, Zustand und Atmosphäre seien ausgezeichnet. „Man spürt, wie sehr dem Kreis an dieser Schule gelegen ist“, stellte sie fest. Mithilfe dieser Rahmenbedingungen will sie das vorhandene Schulprogramm fortsetzen mit dem Ziel, „Schülern Loyalität und Integrität zu Menschen, Umwelt und Unternehmen zu vermitteln“.
Ihre besondere Fürsorge gilt dabei der Ausbildungsfähigkeit bisher chancenloser Schüler: „Wenn eine steigende Zahl von jungen Menschen heranwächst, ohne je einer geregelten Arbeit nachgegangen zu sein, so hat das tief greifende Folgen für ihre Persönlichkeitsentwicklung, ihre Motivation und ihren Willen zur Veränderung.“
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