Kreis Viersen: Grippewelle im Anmarsch?
VON MAXIMILIAN PLÜCK - zuletzt aktualisiert: 28.02.2008Kreis Viersen (RPO). Bei der Zahl der Influenza-Fälle belegt der Kreis Viersen landesweit einen der vorderen Plätze. Martina Kruß vom Kreisgesundheitsamt gibt jedoch Entwarnung: Noch ist die Zahl der Grippepatienten überschaubar.
Wer morgens mit Bus oder Bahn zur Arbeit fährt, dem wird es schon aufgefallen sein: ein unüberhörbares Schnäuzen und Husten von allen Seiten. Rollt jetzt die befürchtete große Grippewelle im Kreis Viersen an?
„Zunächst einmal besteht ein großer Unterschied zwischen dem, was viele Menschen als Grippe bezeichnen und dem, was Ärzte tatsächlichen darunter verstehen“, erklärt Martina Kruß, stellvertretende Leiterin des Kreisgesundheitsamtes Viersen. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin hat eine waschechte Influenza-Infizierung folgende Merkmale: ein schlagartiges Einsetzen der Krankheit mit hohem Fieber, dazu Husten, Muskel-, Glieder-, Rücken- oder Kopfschmerzen.
„Eine Influenza ist eine meldepflichtige Viruserkrankung“, sagt Kruß. Somit können Gesundheitsexperten genau feststellen, ob die Grippewelle naht: Die nackten Zahlen legen diese Vermutung auf den ersten Blick nahe, denn die Region ist zurzeit NRW-weit Spitzenreiter, was die Influenza-Fälle betrifft. Laut der Statistik des Landesinstitut für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (www.loegd.nrw.de) führen Krefeld (11,39 gemeldete Fälle pro 100 000 Einwohner) und die Kreise Neuss (8,32) sowie Viersen (8,24) die Liste an.
Doch Kruß hält die Zahlen noch nicht für besorgniserregend: „Bei einer Einwohnerzahl von etwas mehr als 300 000 kommen wir auf 25 Fälle. Das ist nicht besonders viel.“ Entwarnung könne allerdings noch nicht gegeben werden. „Erst mit der Wetterbesserung ab April entspannt sich die Situation, bis es im Oktober wieder losgeht“, sagt Kruß. Der Großteil der triefenden Nasen rührt also von einfachen Erkältungen – also bakteriellen Infekten – her.
Diese haben zwar ähnliche Symptome wie die Grippe, bauen sich im vergleich zur Grippe aber viel langsamer auf und sollte nach spätestens acht bis zehn Tagen wieder abgeklungen sein. Damit man gar nicht erst mit einer Erkältung kämpfen muss rät Kruß dazu, viel an die frische Luft zu gehen, sich dabei aber warm einzupacken. Saunagänge seien ebenso empfehlenswert und natürlich die Aufnahme von möglichst viel Vitamin C – am besten durch eine ausgewogene Ernährung.
„Wenn die Erkältung einen einmal gepackt hat, sollte man auf den eigenen Körper hören“, meint Kruß. Dann müssen Patienten in erster Linie viel trinken. „Am besten Tees oder Mineralwasser, damit dem Körper wieder Salze zugeführt werden.“ Auch Inhalationen seien gut, sollten allerdings vermieden werden, wenn das Fieber zu hoch sei. „Altbewährte Hausmittelchen sind dann nicht zu verachten“, sagt Kruß über Wadenwickeln.
Wenn die Erkältung allerdings eitrig werde, sollte der Patient möglichst schnell seinen Hausarzt aufsuchen. Kruß: „Das ist ein Anzeichen dafür, dass sich die Erkältung zu einer ernsten bakteriellen Krankheit ausweitet. In diesem Fall muss dann der Arzt dem Erkrankten unter Umständen Antibiotika verschreiben.“
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