Viersen: Große Ensembles geben Ton an
VON OTTMAR NAGEL - zuletzt aktualisiert: 16.09.2006Viersen (RPO). Ein echtes Jubiläum ist es zwar nicht, doch mit der zwanzigsten Ausgabe kann das Viersener Jazz Festival einen runden Geburtstag feiern, eine Tatsache, auf die die Macher dieser Großveranstaltung zu Recht stolz sein können.
Service für Behinderte
Der DPWV bietet nun im dritten Jahr in Zusammenarbeit mit derAktion Mensch Service und Betreuung für behinderte Jazz Festival-Besucher an. Das reicht vom Programm in Brailleschrift, Akustik Guides und Behindertenparkplätzen bis hin zum Begleitservice vor Ort. Telefonische Beratung im Vorfeld beim DPWV Viersen: 02162 / 1 50 43.
Dass sich Viersen derartig gut in der deutschen Festivallandschaft etablieren und behaupten konnte, zeugt davon, dass Programm und Organisation sehr gute Arbeit geleistet haben. Dass Fernsehen und Rundfunk hier optimal arbeiten können, gehört sicherlich ebenfalls zu den Pluspunkten. Allen Unkenrufen zum Trotz lebt das Festival – geplante 480 Sendeminuten im Fernsehen (WDR und 3SAT in Deutschland, Österreich und der Schweiz) sprechen eine beredte Sprache und sorgen für Aufmerksamkeit auch über die Jazzkreise hinaus.
Dass ein derartiger Geburtstag ein besonderes Programm verdient, versteht sich fast von selbst. Die großen Ensembles geben den Ton an. Die WDR Big Band, einer der herausragenden Klangkörper, nicht nur hervorragend besetzt, sondern auch in seiner Flexibilität über viele Jahre durch die Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Leitern und Gastarrangeuren bestens geschult, kommt zum Festival mit Maria Schneider. Die berühmte amerikanische Bandleaderin hat Kompositionen und Arrangements extra für die WDR Big Band erarbeitet. Mit dabei auch ein Solist mit besonderem Sound: Gary Versace bringt mit seinem Akkordeon eine besondere Klangfarbe in das Konzert. Peter Herbolzheimer mit seiner Rhythm Combination & Brass sowie das European Jazz Ensemble in Oktettbesetzung sorgen weiterhin dafür, dass an zwei Festivaltagen 80 Musiker, so viele wie nie zuvor, auf den verschiedenen Bühnen zu hören sein werden.
Um diese großen Ensembles herum hat Ali Haurand es geschafft, ein überaus vielseitiges interessantes Programm zu gestalten, welches vom US-Starensemble um Benny Golson bis hin zu hoffnungsvollen deutschen Newcomern, Xaver Fischer oder Inga Lühning, reicht. Ein Kaleidoskop verschiedener Stile von Bebop bis Modern Jazz bis hin zu sehr individuellen Ausdrucksformen.
Erstmals vier Acts auf Bühne 1
Erstmalig werden am Freitag vier Acts auf der Bühne 1 im Saal der Festhalle zu hören sein. Mike Mainieri, der seinen Auftritt absagen musste, wird ersetzt durch Petter Molvaer/Helge Sten aus Norwegen sowie das Xaver Fischer Trio. Eine weitere Neuerung findet auf Bühne 3 statt: Im Festhallenkeller gibt es erstmalig eine Art Late Night Show mit dem Amsterdamer Ensemble Café Noir, eine Collage aus Musik, Film und Performance. Radio WDR 5 steigt mit einer Liveübertragung in das Festival am Samstag von 22.05 bis 0.00 Uhr ein. Das Interesse am Festival ist also sehr groß, auch der gut angelaufene Vorverkauf lässt die Organisatoren um Tobias Kremer hoffnungsvoll auf das Festivalwochenende schauen.
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