Kreis Viersen: Grüne fordern den Unterausschuss Nord
zuletzt aktualisiert: 15.12.2011Kreis Viersen (RP). Die Grünen wollen den Braunkohleunterausschuss Nord wieder aktivieren. Sie berufen sich auf den Verlust von Grundwasser im Happelter, einer Fläche im Dreieck Nettetal, Schwalmtal und Brüggen. Es wird vermutet, dass das Absinken des Grundwassers mit Sümpfungen im Braunkohletagebau zusammenhängt. RWE Power, früher einmal die Rheinbraun AG, ist in Schwalmtal mit einer Tiefenbohrung auf Ursachensuche gegangen. Ergebnisse sollen nach Angaben der Grünen bis zum Jahresende vorliegen.
Im Jahr 1998 wurde das Grundwassermonitoring für Brüggen, Niederkrüchten, Schwalmtal, Viersen und Willich in der wasserrechtlichen Erlaubnis für die Sümpfungen rund um den Braunkohletagebau Garzweiler festgeschrieben. Unter Sümpfungen versteht man das großräumige Abpumpen von Grundwasser, damit Braunkohle trocken abgebaut werden kann. Die Folgen der Sümpfungen reichen in den Kreis Viersen. Mit großem Aufwand wird Ersatzwasser durch ein System von Rohrleitungen und Sickergräben in den Naturpark Schwalm-Nette geleitet. Trotz des enormen technischen Aufwandes ist der Grundwasserspiegel in der Happelterer Heide seit 2002 um etwa 75 Zentimeter gesunken.
Mit den Bohrungen in Amern erkundet RWE Power, ob die Sümpfungen den Grundwasserverlust verursachen. Marianne Lipp, Sprecherin Kreistagsfraktion, schließt daraus, dass die Sümpfungen nicht nach Plan laufen. Weder Bürger noch die Politik könnten Einfluss nehmen. Die Grünen beziehen sich mit ihrer Forderung auf eine Aussage von Herbert Schäfer, seit den 1990er-Jahren einer der Aktivisten gegen RWE, dass der 2005 "stillgelegte" Braunkohleunterausschuss Nord wieder einberufen wird.
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