Kreis Viersen: Grüne Fraktion macht Druck im Depot
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 26.02.2010Kreis Viersen (RPO). Die Affäre um das Naturschutzgebiet Brachter Wald im früheren Depot der Britischen Rheinarmee hat endgültig den Landtag erreicht. Auf Antrag des umweltpolitischen Sprechers der Grünen, Johannes Remmel, gab der Staatssekretär im Umweltministerium des Landes, Dr. Alexander Schink jetzt im zuständigen Fachausschuss des Landtages eine erste Auskunft.
Remmel hatte sich unlängst selbst in Bracht umgesehen. Nach den Äußerungen von Joachim Borchert, dem Präsidenten der NRW-Stiftung, habe er sich veranlasst gesehen, die Anfrage an die Landesregierung nach "unhaltbaren Jagdzuständen im Naturschutzgebiet" zu richten, erklärte der Landtagsabgeordnete. Borchert hatte erklärt, die Stiftung habe bis 2007 vom ausgeuferten Wildbestand nichts gewusst und Jagdpächter Rolf Adolphs, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises, heftig angegriffen.
Staatssekretär Schink erläuterte in der Sitzung, Minister Eckhard Uhlenberg habe im Einvernehmen mit dem Kreis Viersen die Arbeitsgruppe "Wilddichte im NSG Brachter Wald" gebildet. Ziel sei es, zu einer "ökologisch und gesellschaftspolitisch vertretbaren Problemlösung zu kommen.
Der Arbeitsgruppe gehörten als Eigentümer die Stiftung und die WfG, das Regionalforstamt, der Kreis, das dem Umweltministerium nachgeordnete Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV), die Biologische Station sowie die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung an. Ihr Leiter Michael Petrak leitet im Auftrag des Ministers diese Arbeitsgruppe.
Sie hat den Auftrag, möglichst kurzfristig ein Konzept zu erarbeiten, das im Einklang mit dem Landschaftsplan alle Aspekte des Biotop- und Artenschutzes, Naturerlebnisses, Waldbaus, Tierschutzes und der Jagd berücksichtigen müsse. Das Konzept diene als Grundlage für weitere Entscheidungen.
Johannes Remmel drängte in der Ausschusssitzung darauf, keine Zeit zu verlieren. Er forderte, zur nächsten Sitzung Mitte März konkrete Ergebnisse vorzulegen.
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