Kreis Viersen: Gutes Leben braucht Frieden
VON EBERHARD LANGE - zuletzt aktualisiert: 19.03.2007Kreis Viersen (RPO). Der Bezirksverband Viersen der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung hatte zum Kreuzweg der Arbeit nach Lobberich eingeladen. Die KAB erklärte sich solidarisch mit den von Arbeitslosigkeit bedrohten Rokal-Mitarbeitern.
Sechs schwarz-gelbe KAB-Fahnen wehten neben dem großen Kreuz mit der Inschrift „Arbeit für alle, Familie, Alte, Kranke und sozialer Friede“, das vier Männer 90 Minuten durch Lobberich trugen. Betend und singend pilgerten etwa 50 Menschen am Samstag beim Kreuzweg der Arbeit durch die Innenstadt. An fünf Stationen wurden besondere Fürbitten gebetet.
„Die Sorge um den Arbeitsplatz quält immer mehr Menschen in unserem Land. Junge Menschen hoffen oft vergeblich auf einen Ausbildungsplatz, ältere Menschen sorgen sich um den Erhalt ihrer Arbeit. Viele haben keine Wahl, stimmen dem Diktat der Arbeitgeber nach längerer Arbeitszeit bei gleichem oder gar niedrigerem Lohn zu.“ Pfarrer Rainer Thoma (Dülken), Bezirkspräses der Katholischen Arbeiter Bewegung (KAB) in der Region Mittlerer Niederrhein, zeichnete in seiner Predigt ein erschreckendes Bild der Arbeit.
Sozialverband
Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung ist ein Sozialverband, in dem 200 000 Menschen bundesweit organisiert sind. Übergeordnetes Ziel ist die Gestaltung einer gerechten Gesellschaft. Entsprechend versteht sich die KAB vor allem als Interessenvertretung für Arbeitnehmer, für Familien sowie sozial Benachteiligte.
Passanten bekamen von den Kreuzweg-Teilnehmern eine „rote Karte“, die sie über die Aktion informieren und zum Mittun auffordern sollte. Die KAB lud die Lobbericher ein, sich mit den Fragen zur Arbeitslosigkeit, zu Alten und Kranken, zur Familie und zum sozialen Friede zu beschäftigen. Besondere Aufmerksamkeit der Demonstrationsteilnehmer galt den bedrohten Arbeitsplätzen bei der Firma Rokal in Lobberich. An der 3. Station des Weges erklärte sich die KAB mit der Belegschaft solidarisch. Bei vielen Aktionären müsse sich das Kapital vervielfachen, gehe es nur noch um den Gewinn. „Die Aktionäre sehen nur den wirtschaftlichen Erfolg. Die Verantwortung im Dienst am Nächsten steht nicht mehr im Vordergrund.“ In den Fürbitten war auch ein Appell an die Regierungen enthalten, „den Mut zu haben, die Wahrheit zu sagen und nicht Schönfärberei zu betreiben“.
Eine weitere Station galt dem Thema „Sozialer Friede“. Was Friede ist, müsse schon in der Schule vermittelt werden, müsse von Politikern erstrebt und erarbeitet werden. Die Gesellschaft unterliege einem quantitativem Irrtum: „So reich waren wir nie wie heute, so habgierig aber waren wir auch nie wie heute – und nicht so satt und nicht so unersättlich.“ Man lebe in schönen Häusern, „so heimatlos aber waren wir noch nie wie heute“. Der Kreuzweg der Arbeit endete mit der Fürbitte: „Gott, die Zahl der Menschen, die in der Arbeitswelt und der Gesellschaft ausgeschlossen werden, wird immer größer. Lass uns auf sie aufmerksam werden und ihnen unsere Solidarität zeigen.“
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