Kreis Viersen: Handel und Handwerk: Das Geschäft läuft
VON ANDRIANA SAKARELI - zuletzt aktualisiert: 29.11.2008Kreis Viersen (RPO). Allen Schreckensmeldungen über insolvente Banken und ins Straucheln geratene Großkonzern zum Trotz: Der Einzelhandel und das Handwerk stehen gut da. Das Komsumverhalten der Verbraucher habe sich nicht gravierend verändert, meint Joel Smolibowski, Geschäftsführer des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes im Kreis Viersen. Zwar habe die heiße Phase des Weihnachtsgeschäfts noch nicht richtig begonnen. Es gebe bislang aber kaum Anzeichen dafür, dass sich die Kunden aufgrund der Kapriolen auf den Finanz- und Kapitalmärkten entscheidend beim Kauf ihrer Weihnachtsgeschenke einschränkten. „Der Mittelstand, der bei uns die Wirtschaft trägt, ist gut aufgestellt. Die Krise betrifft uns nicht so, wie es derzeit dargestellt wird. Es ist aber eine schwierige Zeit“, sagt Smolibowski. Vermutlich werde das Klima doch teilweise Auswirkungen auf das Konsumverhalten haben, nur später. „Das nächste Jahr wird sicherlich schwierig für den Handel, wenn die Reallöhne tatsächlich abnehmen.“ Momentan gebe es aber keinen Grund für diese Dramatik.
Dass es eine kritische Zeit für den Einzelhandel ist, sieht Norbert Backes, Vorsitzender des Werberings in Nettetal-Lobberich, ähnlich. Schließlich sei das Weihnachtsgeschäft besonders wichtig für den Einzelhandel. Es mache zehn bis 15 Prozent des Jahresumsatz aus. Backes’ vermutet: „Hochpreisige Geschäfte werden es gegenüber den unter- bis mittelpreisigen Läden deutlich schwieriger haben als im Vorjahr.“ Das Kaufverhalten sei in den vergangenen ein bis zwei Monaten „merklich zurückhaltender“, obwohl es dafür eigentlich keinen Grund gebe. „Unsere Marktsituation ist nicht schlecht. Im Vergleich zu anderen stehen wir gut da“, betont Backes.
Jakob Kohnen betreibt in Tönisvorst eine Metzgerei. Der Obermeister hat bis jetzt keine großen Unterschiede zum Vorjahr feststellen können. „In unserer Branche beginnt das Weihnachtsgeschäft erst in den letzten zwei Wochen vor den Festtagen“, sagt Kohnen. Es gebe jedoch bereits jetzt Kunden, die nach Spezialitäten und besonderen Festtagsbraten fragten. „Einen Rückgang spüren wir in unserem Geschäft da nicht. Die Leute wollen sich zu Weihnachten etwas Gutes gönnen, vor allem diejenigen, die die Feiertage über nicht wegfahren“, sagt der Metzger. Auch beim Wild, das immer noch Saison habe, sei kein Einbruch zu verzeichnen.
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