1988: Heirat nach Nacht vorm Standesamt
VON CHRISTIAN SPOLDERS - zuletzt aktualisiert: 12.08.20091988 (RPO). Günter Strysio war 33, als er eine Nacht vor dem Standesamt verbrachte. Mit seiner Freundin Heike Heufelder, seinem Bruder Jürgen und dessen Angebeteter Jutta Archimowitz harrte er aus, um sich am Morgen als Erster für die Trauung in sechs Monaten zu registrieren.
"Daraus wurde aber nichts", sagt er. "Bevor wir gegen 21 Uhr ankamen, hatte sich ein anderes Paar angestellt." Doch das machte nichts. "Ich hatte eine Liste mitgebracht, die wir an die Tür pinnten und auf die sich jeder in der Reihenfolge seiner Ankunft eintragen konnte", sagt der Boisheimer.
Der Grund für die Aktion: Er und seine Freundin wollten am 8. August 1988 heiraten. Nicht nur, um sich die Schnapszahl merken zu können. "Unsere Nachbarn fragten uns nach vier Jahren Beziehung immer wieder, wann wir heiraten", sagt er. "Daraufhin haben wir gesagt: wenn wir heiraten, dann an diesem Datum." Es sollte doch klappen. Bevor die erstaunten Beamten am nächsten Morgen ihre Gäste vor der Tür fanden, hatten die eine spannende Nacht hinter sich. "Wir haben uns in Schlafsäcke gemümmelt und geredet.
Unsere Freunde brachten Glühwein, und ein Filmclub, der gegen 22 Uhr aus dem Haus Erholung gegenüber kam, besorgte Kameras und filmte uns." Als zweites Paar gaben sich die Strysios sechs Monate später das Ja-Wort. Fünf Tage darauf folgte die kirchliche Eheschließung. "Mit 130 Gästen haben wir mit meinem Bruder Doppel-Hochzeit gefeiert", sagt Strysio. Beide Ehen halten noch heute.
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