Kreis Viersen: Helden des Alltags
VON MANFRED MEIS - zuletzt aktualisiert: 21.08.2009Kreis Viersen (RPO). Mit dem Bürgerpreis des Kreises Viersen und der Sparkasse Krefeld sind in Krickenbeck fünf Umweltschützer ausgezeichnet worden: drei als "Helden des Alltags" und zwei für ihr Lebenswerk.
Bürgerpreis
Stifter Der Bürgerpreis wird vom Kreis Viersen gestiftet, die Sparkasse Krefeld zahlt das Preisgeld. Zum allgemeinen Motto "Für mich, für uns" kommt für den Kreis Viersen jeweils ein Jahresthema.
Thema Nach Kultur und Sport sowie Kindern und Jugendlichen stand diesmal der Umwelt- und Naturschutz im Mittelpunkt: Umwelt schützen – Zukunft sichern.
Jury Als Fachjuroren wirkten Dr. Ansgar Reichmann (Biologische Station), Prof. Dr. Dietmar Schitthelm (Niersverband) und Markus Wöhrl (Welle Niederrhein) mit.
Sie saßen bescheiden in der zweiten und dritten Reihe, obwohl sie im Mittelpunkt standen: der Naturschutzstratege Herbert Hubatsch (Viersen-Süchteln), der Fledermausexperte Ernst Holthausen (Nettetal-Leuth) sowie Kurt Lemke, Heinz Maibaum und Heinz Tütters, die "Drei vom Naturschutzhof" in Lobberich-Sassenfeld. Ihnen wurde in diesem Jahr der Bürgerpreis des Kreises Viersen, gesponsert von der Sparkasse Krefeld, für ihr umfangreiches und nimmermüdes Engagement im Umweltschutz zuerkannt. Urkunden und Schecks überreichten Landrat Peter Ottmann und Sparkassenchef Ludger Gooßens im Info-Zentrum der Biologischen Station Krickenbecker Seen in Hinsbeck-Hombergen.
Diese gäbe es wahrscheinlich nicht, hätte sich Mitte der 1980er Jahre der damals gerade pensionierte Realschuldirektor Herbert Hubatsch nicht vehement für den WestLB-Plan zum Erhalt von Schloss Krickenbeck eingesetzt. Er machte sich damit zwar die Naturschutzfunktionäre auf Landesebene zum Feind, doch machte er gleichzeitig die ersten Millionen für die Biologische Station locker. Er sei damals als "grüner Spinner" verschrien gewesen, sagte Hubatsch, heute mache ihn die allgemein akzeptierte Öffnung zum Naturschutz "richtig glücklich". Zuvor hatte Gooßens seine "weitsichtige, geradezu visionäre Einstellung zur Bedeutung von Tieren und Pflanzen für unsere Umwelt" gelobt. Und so stiftet Hubatsch, inzwischen 88, sein 1500- Euro-Preisgeld der Biologischen Station, damit sie künftig seltene Pflanzen per GPS orten kann.
Ernst Holthausen, ebenfalls mit 1500 Euro für sein Lebenswerk geehrt, möchte das Geld gerne in eine Kamera stecken, mit der er einen Film über Fledermäuse rund um die Krickenbecker Seen drehen kann: "Das ist mein Traum." Er hat auch schon einen Experten gefunden, der ihm das Infrarotlicht in den Baumhöhlen installiert. Diese Höhlen hat er im letzten Vierteljahrhundert genau kartiert und markiert, so dass er inzwischen als "Wohnungsmanager für Fledermäuse" gilt. Immerhin hat Holthausen (74) festgestellt, dass es im Kreis rund 1000 Wasserfledermäuse und 200 Abendsegler gibt – aufgeteilt in elf Arten.
Den Bau eines Fachwerkhauses, in dem altes Ackergerät präsentiert werden kann, will das "Triumvirat von Alltagshelden" mit seinen 2000 Euro unterstützen. So nannte Dr. Ansgar Reichmann, Leiter der Biologischen Station, die Preisträger Kurt Lemke (74), Heinz Maibaum (81) und Heinz Tüffers (71), Fundament und Stützen des Naturschutzhofes in Lobberich-Sassenfeld. Sie gäben durch ihr Wirken dem Naturschutz Stimme und trügen dazu bei, die heimische Pflanzen- und Tierwelt dauerhaft zu sichern.
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