Viersen: Helenenstraße: Gladbach weist Kritik zurück
VON ANDREAS REINERS - zuletzt aktualisiert: 07.05.2010Viersen (RPO). Die Enttäuschung sitzt tief. "Aber wir lassen uns nicht unterkriegen", sagt Willy Bouren. Der stellvertretende Viersener Bürgermeister und CDU-Ratsherr aus Helenabrunn hat kürzlich Post von der Stadtverwaltung in Mönchengladbach bekommen. In dem Schreiben werden seinen Bedenken gegen den Bebauungsplan 685/III der Stadt Mönchengladbach als nicht relevant zurückgewiesen. Einen entsprechenden Beschluss hatte der Gladbacher Stadtrat in seiner Sitzung im März gefasst.
Bouren hatte im vergangenen Sommer eine Unterschriftenaktion gegen den geplanten Ausbau des Krankenhauses St. Franziskus in Mönchengladbach und der damit verbundenen zusätzliche Verkehrsbelastung der Helenenstraße in Helenabrunn initiiert.
Mit Argusaugen
Seit Jahren beobachten Politiker in Viersen mit Argusaugen, was sich unmittelbar an der Stadtgrenze zu Gladbach baulich verändert. Die Krankenhaus Maria Hilf GmbH will am Standort Franziskushaus ihre bisher über mehrere Häuser verteilten Abteilungen zusammenfassen. So sollen Teile des Stammhauses an der Sandradstraße an die Viersener Straße verlegt werden. Zudem wird das Kamillianerkrankenhaus aufgegeben und die Disziplinen ans Franziskushaus angegliedert.
Das neue Großklinikum wird mehr Patienten betreuen können. Mehr Patienten bedeutet auch mehr Besucher. Und die kommen in der Regel mit dem Auto, wenn sie Angehörige im Krankenhaus besuchen. An der Viersener Straße wird derzeit gegenüber dem eigentlichen Klinikgelände ein neuer Großparkplatz gebaut. Insgesamt soll es im Bereich des Franziskushauses mehr als 700 Parkplätze geben.
In Viersen befürchtet man, dass insbesondere die Helenenstraße künftig noch mehr als Schleichweg zum Franziskushaus genutzt wird. Gerade diese Sorge hatten Bouren und die Mitunterzeichner der kritischen Stellungnahme zum Bebauungsplan angemerkt. Die Stadt Mönchengladbach sieht das indes anders. Der neue Parkplatz diene lediglich als Ersatz für alte Parkflächen, die durch die Neubauten wegfallen würden. Die Stadt Mönchengladbach rechnet nicht mit zusätzlichem Verkehr auf der Helenenstraße.
"Die Belastungen der Bürger Helenabrunns sollen keinewegs kleingeredet werden, wenn aber kein zusätzlicher Verkehr zu erwarten ist, können auch keine stärkeren Belastungen angenommen und beziffert werden", so die Stadt Mönchengladbach in ihrem Schreiben an Viersens Politiker Bouren. Und weiter heißt: "Zum Bebauungsplan wurde ein Umwelt-Monitoring vorgesehen, bei dem die verkehrlichen Auswirkungen und die Belastung der Bewohner von Helenabrunn regelmäßig überprüft werden sollen."
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