Viersen: Hilfe für indische Mädchen
VON ANDREAS CÜPPERS UND EBERHARD LANGE - zuletzt aktualisiert: 30.04.2008Viersen (RPO). Der Nettetaler Verein Somedi hat verschiedene Hilfsprojekte in Indien, unter anderem Patenschaften für Schülerinnen. Einmal im Jahr reisen die Somedi-Mitglieder nach Indien und schauen sich die Hilfe vor Ort an.
Wieder ein Hilfscamp
Verein Somedi wurde 1981 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, medizinische Geräte, Medikamente, Grundnahrungsmittel und Kleidung zu beschaffen.
Mobility Camp In der Grenzregion zu Tibet gab es 2007 erstmals ein von Somedi unterstütztes mobiles Hilfscamp. Für dieses Jahr ist ein weiteres geplant.
Sponsorenlauf Die katholische Grundschule Hinsbeck läuft am Freitag, 30. Mai, wieder für den Verein Somedi.
Leuth/lobberich Unter Indien-Reisenden gibt es einen beliebten Satz: „Wer einmal in Indien war, kommt entweder immer wieder – oder gar nicht mehr.“ Stefan Voormans gehört zu denen, die immer wieder gerne nach Indien reisen. „Das Land ist unheimlich faszinierend, die Menschen sehr herzlich“, sagt der 37-Jährige. Er war zuletzt Anfang des Jahres auf dem asiatischen Subkontinent – zum insgesamt dritten Mal. Mit einer Vorstandskollegin besuchte der Geschäftsführer des Nettetaler Vereins Somedi verschiedene Projekte in Indien.
Nur mit Ausbildung eine Zukunft
Drei Wochen waren die beiden unterwegs, rund dreitausend Kilometer spulten sie ab. „So können wir sehen, ob unser Geld wirklich ankommt“, sagt Voormans. Zum Beispiel in den Mädchenschulen in Rajkot und Khamta. „Mädchen sind in Indien deutlich schlechter gestellt als Jungen“, erklärt Voormans. Ohne Ausbildung hat kaum ein Mädchen eine echte Zukunft.
Somedi übernimmt Patenschaften für die Schülerinnen und gibt ihnen auf diesem Weg die Möglichkeit, langfristig ein besseres Leben zu führen. „Viele Mädchen, die die Schule verlassen haben, unterstützen das Projekt heute selber“, erzählt Voormans. Solche Erlebnisse machen die Vereinsmitglieder besonders glücklich. In absehbarer Zeit könne sich Somedi so aus der einen Schule zurückziehen und seine gemeinnützige Arbeit an einer weiteren Schule fortführen.
Somedi engagiert sich auch auf anderen Gebieten – meist in Abstimmung mit lokalen Hilfsorganisationen. Auf diesem Wege werden beispielsweise Tag für Tag rund 9000 Straßenkinder in Bombay mit einer warmen Mahlzeit versorgt. „Auch die Aidshilfe in Indien unterstützen wir“, sagt Voormans.
Mit seiner Vorstandskollegin schaute er sich auch das Medical Centre Mumbai (Bombay) sowie das Krankenhaus Palanpur an. Dort werden die von Somedi instandgesetzten Röntgengeräte eingesetzt. „In Palanpur waren schon 738 Röntgenaufnahmen mit dem robusten Gerät gemacht worden“, erzählt Voormans. Von Palanpur aus flogen die beiden nach Ranchi, wo sie von Bischof Felix Toppo empfangen wurden und später bei Kardinal Lawrence Picachie in der Diözese Jamshedpur eine Audienz hatten. „Somedi hat auch dort einen guten Ruf“, weiß Voormans. In dem Bistum wurden das „Cechire Home“ für behinderte Menschen und das „Damien Social Welfare Centre“ der Catholic Charity besichtigt.
Voormans und seine Kollegin wurden überall im Land herzlich empfangen. „So herzlich, dass es uns beinahe peinlich war“, sagt er. „Die Inder sind einfach sehr gastfreundlich.“ Nach der Rückkehr nach Nettetal berichteten die beiden den übrigen Somedi-Mitgliedern von der Reise. Rektor i.R. Franz-Josef Weuthen, der auch schon mehrmals mit Somedi in Indien war, war angetan: „Es geschehen beeindruckende Dinge.“
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