Viersen: Hilfswerk im Plus
VON TOBIAS NEUMANN - zuletzt aktualisiert: 08.01.2009Viersen (RPO). Von den Auswirkungen der Finanzkrise hat das Medikamentenhilfswerk action medeor in Vorst bislang nichts gespürt. Es macht 2008 ein sattes Plus. Die Organisation wartet allerdings gespannt auf das erste Quartal 2009.
action medeor
Ziel Das Deutsche Medikamentenhilfswerk action medeor will Menschen in den Entwicklungsländern mit Medikamenten und medizinischem Gerät versorgen.
Verbreitung Es ist das größte europäische Medikamenten-Hilfswerk. Mit einheimischen Partnern versorgt es rund 10 000 Gesundheitsstationen in 140 Ländern.
TÖNISVORST Für Bernd Pastors war es ein gutes Jahr. Der 52-jährige Geschäftsführer der in Vorst ansässigen Hilfsorganisation action medeor kann sich auch in Zeiten knapper Kassen nicht über fehlende Spendenbereitschaft beschweren. „Die Finanzkrise hat uns bislang verschont“, sagt er und rechnet für 2008 mit sieben bis acht Millionen Euro Umsatz, „ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr“, wie er berichtet.
Insgesamt zeigt sich Pastors zufrieden und dankbar mit dem Jahresergebnis. Parallel zum Spendenaufkommen beobachtet er, dass sich die Menschen nach wie vor viel schenken und auch noch in Urlaub fahren. „Nur das erste Quartal 2009 bereitet uns Sorge – wie sieht es wohl dann in den Portemonnaies aus?“, fragt er sich.
Vor allem viele treue Spender sowie feste, kontinuierliche Partnerschaften zu hilfsbereiten Unternehmen sorgen bei action medeor für volle Kassen in mageren Zeiten. „Die Menschen identifizieren sich mit unseren Zielen“, weiß Pastors zu berichten. Gerade vor zwei Wochen erhielt das Hilfswerk erneut das DZI-Spendensiegel, das jährlich die Qualität von Hilfsorganisationen genau unter die Lupe nimmt. Seit Jahren schon schafft dieses Siegel in Vorst starkes Vertrauen. Auch die Schauspielerin, Comedy-Queen und Fernsehfrau Anke Engelke fühlt sich dem sozialen Unternehmen eng verbunden und wirbt gerne und ausschließlich für die action medeor. Gerade in der Adventszeit wurden viele Menschen auf die Organisation aufmerksam und wollten spenden: „Der Advent ist für uns ganz klar wie ein doppelter Monat“, sagt Bernd Pastors.
Aktuell hilft action medeor Cholerakranken in Simbabwe, allein an Sachspenden aus der Pharmaindustrie kamen Waren im Wert von drei Millionen Euro zusammen, so viel wie nie zuvor. In Kooperation mit dem Bündnis „Aktion Deutschland hilft“, in dem sich zehn Hilfswerke zusammengeschlossen haben, ist action medeor für die Logistik im Katastrophenfall zuständig und half schon Hurricanopfern in Birma, beim Erdbeben in China und im Kongo.
Für 2009 wünscht sich Pastors nur eins: Gesundheit. „Auch wenn es aller Voraussicht nach ein schwieriges wirtschaftliches Jahr werden wird, schnallen wir doch gerne den Gürtel enger – Jammern ausgeschlossen“, sagt er.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum



