Viersen: Höllenschmerz im Rücken
zuletzt aktualisiert: 27.09.2007Viersen (RPO). Hexenschuss behandeln
Ungeschicktes Drehen, schnelles Bücken oder Aufstehen – und schon geht nichts mehr: Stiche im Rücken mit höllischem Schmerz machen jede Bewegung zur Qual. Ein Hexenschuss trifft die Betroffenen fast immer völlig unerwartet. Als unmittelbare Reaktion auf den Schmerz verspannen sich die Rückenmuskeln so heftig, dass die Betroffenen meist keine normale Körperhaltung mehr einnehmen können. Als Sofortmaßnahme sollten die Patienten die Wirbelsäule entlasten: Dazu am besten flach hinlegen und die Beine mit einem Kissen unter den Knien anwinkeln. Bettruhe und Rheumabäder oder -packungen können ebenso helfen wie wärmewirksame und entzündungshemmende Salben. Kommt es zu Lähmungen oder Gefühllosigkeit oder lassen die starken Schmerzen nicht nach, sollten die Patienten zum Arzt gehen. Der wird versuchen, die Ursache des Hexenschusses abzuklären. Eine allgemeine Schwäche der Muskeln, die die Wirbelsäule unterstützen, ist eine der Hauptursachen. Übergewicht, schlechte Haltung, falsches Heben, Tragen und Bücken begünstigen das Auftreten ebenso. Ein Hexenschuss kann auch schwerwiegende Ursachen haben: Bandscheibenschäden oder -vorfall, Wirbelgelenk-Verschleiß.
Je genauer die Ursache bekannt ist, desto erfolgreicher kann die Behandlung sein. Krankengymnastik, Wärmeanwendungen, Massagen oder Reizstrom sind dann sinnvoll, wenn es sich um ein Muskelproblem handelt. Manchmal werden Schmerzmittel verabreicht, um den Kreislauf aus Schmerz, Schonhaltung, Muskelverspannung und noch mehr Schmerz durch die Verspannung zu durchbrechen. Halten die Schmerzen länger als 14 Tage an, muss durch Röntgenbilder oder Computertomografie abgeklärt werden, ob es sich um einen Bandscheibenvorfall handelt, der eine intensivere Behandlung erfordert.
Dr. Peter Könings ist Chefarzt der Klinik für Unfall-, Wiederherstellungs- und Gelenkchirurgie im AKH Viersen.
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