Kreis Viersen: Hohe Kaufkraft und nachhaltige Gründungen stärken den Kreis
zuletzt aktualisiert: 08.08.2008Kreis Viersen (RPO). Außergewöhnlich viele Existenzgründungen und hohe Kaufkraft – der Kreis Viersen hat bei einer Standortuntersuchung der Hochschule Niederrhein insgesamt gut abgeschnitten. Die im Auftrag der Industrie- und Handelskammer (IHK) aufgestellte Studie wurde vergleichbaren Regionen gegenübergestellt: Aachen, Braunschweig, Heilbronn-Franken, Karlsruhe und Ulm.
„Der Kreis Viersen konnte besonders dank hoher Kaufkraft und seiner starken Gründungsaktivitäten punkten“, sagt Rainer Növer, IHK-Geschäftsführer für Standortpolitik. So liegt die Kaufkraft je Einwohner mit 19 732 Euro deutlich über dem Bundesdurchschnitt (18 484 Euro). Noch deutlicher ist die Überlegenheit der Kreises Viersen bei der Anzahl der Unternehmensneugründungen. Mit 42,1 Gründungen je 1000 Beschäftigte lässt der Kreis nicht nur den Bundesschnitt von 28,2 weit hinter sich, sondern gewinnt deutlich sowohl den interregionalen als auch den Vergleich am Mittleren Niederrhein.
Weitere Vorzüge der Region rund um Viersen: Die Sozialhilfequote unterschreitet mit 8,3 Prozent deutlich 10,6 Prozent für den Bundeswert, die Verschuldung der Kommunen ist mit 827 Euro je Einwohner deutlich geringer als der Bundesdurchschnitt (995 Euro). „Außerdem ist der Kreis eine attraktive Wohnregion“, so Növer. Der Saldo aus Zu- und Fortzügen ist fast doppelt so hoch wie im Bund. Aachen und Karlsruhe sind dennoch deutlich besser.
Wachstumspotenzial kritisch
Allerdings gab es nicht nur positive Ergebnisse für den Kreis Viersen: Eher kritisch ist das Wachstumspotenzial einzuschätzen. Nur 13,3 Prozent seiner sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten in besonders schnell wachsenden Branchen. Dies ist deutlich weniger als im Bundesdurchschnitt (16,5 Prozent) und stellt den niedrigsten Wert am Mittleren Nieder–rhein dar. Dazu passt die Qualifikationsstruktur der Beschäftigten. So beträgt die Quote der nicht Qualifizierten 16,6 Prozent (Bund: 15,6), der Anteil der hoch Qualifizierten liegt bei 5,7 Prozent (Bund: 9,8.
Auffällig ist im Regionenvergleich das deutschlandweite Nord-Süd-Gefälle. Besser schneiden die Süddeutschen in den Themenfeldern Forschung und Entwicklung, Arbeitsmarkt, im öffentlichen Sektor, der demografischen Entwicklung sowie im Sozialbereich zum Teil deutlich besser ab. Bei Wachstum und Wohlstand kann der Mittlere Niederrhein dagegen mithalten. Die IHK fordert daher mehr Engagement der Landesregierung, die Standortbedingungen zu verbessern.
Kontakt Rainer Növer, Ruf: 02151 63 53 50, E-Mail: noever@krefeld.ihk.de
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