Viersen: Hotel zur Post ist verkauft
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 24.10.2008Viersen (RPO). Ein Dinslakener Kaufmann hat das an der Bahnhof-/Poststraße von Ralf Heinen erworben.
Kaldenkirchen „Ich nehme mit einem lachenden und einem weinenden Auge Abschied“, sagt Ralf Heinen. 14 Jahre lang hat er mit seiner Frau das „Hotel zur Post“ an der Ecke Bahnhof-/Poststraße geführt. Jetzt hat er den Komplex verkauft. Am 15. November wird der Dinslakener Hans-Jürgen Rüffert das mehr als hundert Jahre alte Hotel übernehmen.
Für die Heinens steckt mehr als das vor 15 Jahren in Umbau und Sanierung gesteckte Geld im Haus. „Meine Großeltern, Karl und Elfriede Finken, haben das Haus seit Ende der 1960er-Jahre betrieben. Zehn Jahre später haben sie es dem damaligen Besitzer, Herrn Druyen von der Wicküler-Brauerei in Wuppertal, abgekauft. Ich bin hier aufgewachsen. Zwischen 1988 und 1993 hat meine Mutter den Betrieb geführt. Meine Frau und ich haben das Hotel danach übernommen“, berichtet Heinen.
Umbaupläne
Käufer Hans Jürgen Rüffert will das Hotel nahtlos fortführen. Geplant ist der Umbau der unteren Etage mit dem Ziel, Büro- und Privaträume dem Restaurant hinzuzufügen.
Verkäufer Ralf Heinen muss aus gesundheitlichen Gründen beruflich zurückstecken. Er will aber weiterhin in Kaldenkirchen wohnen bleiben.
Großes Wagnis
Das Haus befand sich 1993 in einem katastrophalen Zustand. Niemand rechnete damit, dass Heinen die Energie und das Geld aufbringen könnte, den Hotelbetrieb zu modernisieren. Doch der in Oberstdorf ausgebildete Restaurant-Fachmann, der über Inzell, Stuttgart, Mayschoss und Brüggen (Klimp und Mühle) nach Kaldenkirchen zurückkehrte, wagte es. Er holte Vertreter aller relevanter Behörden ins Haus. Er ließ protokollieren, was gemacht werden müsste und baute um. „Als ich zum zweiten Ortstermin bat mit dem Hinweis, ich wollte neu eröffnen, hat das in mancher Amtsstube eine enorme Überraschung ausgelöst“, so Heinen.
Ab 1994 gab es in dem komplett kernsanierten Gebäude (Keller, Parterre, erstes Obergeschoss) ein vorzügliches Restaurant und sechs hochmoderne Hotelzimmer. Die Dehoga, der Hotel- und Gaststättenverband, vergab drei Sterne. Knapp vier Jahre später stockte Heinen auf und schuf so insgesamt elf Hotelzimmer, die bis hin zum kabellosen Internetanschluss auf neuestem Stand sind. „Vor dem Umbau 1993/94 gab es eine Toilette für alle Zimmer auf dem Gang und nicht einmal eine Dusche“, erinnert sich Ralf Heinen.
Aus gesundheitlichen und wirtschaftlichen Gründen stoppte Heinen den Restaurantbetrieb 2004 – zum Leidwesen vieler Kunden. Das Hotel selbst ist sehr stark ausgelastet, das Restaurant will Hans Jürgen Rüffers wieder in Betrieb nehmen und um den Bürotrakt an der Straßenecke erweitern.
Vom Tisch sein dürfte damit endgültig auch der Wunsch der Stadt, die Kreuzung als Kreisverkehr auszubauen. „Der damalige Technische Beigeordnete Kohte war nicht begeistert, als wir aufgestockt haben. Immer wieder mal geisterte durch die Öffentlichkeit, die Stadt wolle die Kreuzung ausbauen. Jetzt wäre die Gelegenheit da gewesen, die Ecke aufzukaufen. Die Stadt hat auf eine entsprechende Anfrage jedoch abgewunken.
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