Kreis Viersen: Ideen, die viel bewegen
VON GABI LAUE - zuletzt aktualisiert: 06.06.2008Kreis Viersen (RPO). Gesucht waren Mutmacher, Anpacker, Visionäre, die etwas für die Kindergesundheit getan haben und Kinder fit für die Zukunft machen. Zwei Schulen und zwei Kindergärten erhielten gestern von der AOK Preise für starke Projekte.
Im Viersener Forum, wo sonst Kreistagsabgeordnete in großer Runde debattieren, tobte gestern das quirlige Leben, wuselten Kindergartenkinder und junge Akrobaten umeinander. Das freute Landrat Peter Ottmann, den Schirmherrn des „Starke Kids Netzwerks“: „Hier sind Kinder, die gesund leben wollen, sich gesund ernähren, sich bewegen, die keine Drogen nehmen, keinen Alkohol trinken. Das alles ist wichtig für eure Zukunft“. Auch der Landrat gehörte zur Jury, die aus 20 Beiträgen die beeindruckendsten für einen Förderpreis ausgewählt hatte.
Im Vorjahr wurde auf Initiative der AOK das Starke Kids Netzwerk gegründet, wurden erstmals Förderpreise verliehen. Nicht Kinderkrankheiten seien heute das Problem, so Bernd Harings von der AOK-Regionaldirektion, sondern chronische Krankheiten, Übergewicht und Verhaltensstörungen. In Schulen, Vereinen und Kindergärten steuern ebenso pfiffige wie engagierte Projekte dagegen. Die Juroren überreichten gestern Preise in Höhe von 3000 und 2000 Euro sowie zwei dritte Preise über je 1000 Euro. Die Sieger zeigten ihre Aktionen in kurzen Szenen.
Starke Kids
Netzwerk Initiative der AOK Rheinland/ Hamburg
Partner Kreis Viersen, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, Rheinische Post, Kinderschutzbund, Allgemeines Krankenhaus Viersen (AKH), Lackwerke Peters
Wettbewerb Projekte aus den Bereichen gesunde Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung, Suchtmittelvermeidung
Im Kempener Luise-von-Duesberg-Gymnasium ist viel in Bewegung: Sport-Arbeitsgemeinschaften fördern speziell Kinder mit Bewegungsdefiziten und Übergewicht und solche, die nicht oder schlecht schwimmen können. 2007 gab’s einen Gesundheitstag, in diesem Jahr sind Ende Juni Sportaktionstage geplant. Im Café Luise gibt’s Gesundes statt Milchschnitte oder Chips. Beeindruckt hatte die Jury, dass nicht nur die Schule, sondern auch Schülersprecher Gero eine Bewerbung geschickt hatte. Schulleiter Dr. Rainer Helfenbein nahm erfreut den symbolischen Scheck mit Urkunde entgegen. Das Geld fließt wieder in Schülerprojekte, so soll das Konzentrationstraining ausgebaut werden. Mit Irmgard Linssen führten die Schüler im Rauschparcours vor, dass man mit 0,5 Promille nicht mehr Herr seiner Sinne ist. Für einen teils tapsigen Selbstversuch setzen auch Bernd Haring, AOK-Regionaldirektor Heinz Frohn und Kinderärzte-Obmann Edwin Ackermann die Rauschbrille auf.
Platz zwei belegte der kath. Kindergarten St. Sebastian Lobberich, dessen Konzept appelliert: „Nicht stehen, sondern in Bewegung bleiben“. Turnkurse, gesundes Frühstück, Anti-Stress-Projekt „Entspannung mit allen Sinnen“, Suchtvorbeugung und das Großprojekt „Kindergarten plus“ mit Elternarbeit fördern die Kinder. Die dritten Preise gingen an die Gesamtschule Brüggen (schon 2007 förderwürdig), die ihre Zirkus-AG in der Forums-Manege wirbeln ließ, und den Brachter Kindergarten Schleveringhoven, in dem die Kleinen zusammen mit Senioren kochen.
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