Viersen: Im Einsatz hoch zu Ross
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 26.07.2008Viersen (RPO). Mit zwölf Jahren hat sie mit dem Reiten angefangen, mit 21 die Ausbildung bei der Polizei. Heutzutage verbindet Silke Hoffmann Hobby und Beruf. Die Nettetalerin gehört zu den 25 Beamten der Landesreiterstaffel Rheinland.
lobberich Scheppernde Blechdosen oder eine Fahne bringen Fabiano nicht aus der Ruhe. Geduldig lässt sich der siebenjährige Warmblüter das Stück Stoff über den Kopf ziehen. Vor einem Fußballstadion kann das immer mal passieren, und dann darf das Pferd nicht durchdrehen. Deshalb trainiert Silke Hoffmann mit dem westfälischen Zuchtpferd solche Situationen.
Es ist früher Nachmittag auf einem Reiterhof etwas versteckt in Willich-Anrath. Die 39-jährige Polizei-Oberkommissarin hatte gerade Dienstbeginn. Sie gehört an diesem Tag zur Spätschicht, das heißt Feierabend um 22 Uhr. Der erste Weg führt die Nettetalerin in den Stall. Dort sind die 20 Pferde untergebracht, die zur Landesreiterstaffel Rheinland der Polizei gehören. Silke Hoffmann macht Fabiano fertig für den Übungsplatz gleich neben der Stallanlage.
Gerne beim Fußball
Zugehörigkeit Insgesamt gehört Silke Hoffmann seit ungefähr vier Jahren zur Landesreiterstaffel. Die Unterbrechung durch Auflösung und Wiedereinführung der Staffeln betrug gut drei Jahre.
Fußball Die Einsätze bei Fußballspielen mag Silke Hoffmann. In diesen Situationen lerne man die Pferde besonders gut kennen und einzuschätzen.
Ruhestand Zeitlich befristet ist die Tätigkeit für die Reiterstaffel nicht. Silke Hoffmann würde demnach gerne bis zum Pensionsalter bei der Staffel bleiben.
Hoffmann ist eine von 25 Polizeibeamten, die bei Einsätzen hoch zu Ross unterwegs sind. Vor 18 Jahren, als sie ihre Ausbildung bei der Polizei begann, träumte sie noch nicht unbedingt von der Arbeit für die Landesreiterstaffel. „Damals habe ich erst einmal gesehen, was es sonst noch so für Einsatzmöglichkeiten bei der Polizei gibt“, erzählt sie lächelnd. Am Düsseldorfer Flughafen und in der Wache in der Altstadt der Landeshauptstadt beginnt ihre Karriere bei der Polizei.
Erst einige Jahre später wird sie auf die Reiterstaffel aufmerksam und bewirbt sich um eine der wenigen Stellen. Die Voraussetzungen stimmen bei ihr. „Ich reite, seit ich zwölf Jahre alt bin“, erzählt Hoffmann. Sie wuchs in Leuth auf, ist bis heute Mitglied im Pony Reit- und Fahrclub Nettetal und hat selbst zwei Pferde.
Trotz der guten Voraussetzungen muss Hoffmann einige Jahre warten, bis eine Stelle für sie frei wird. Dann gehört sie aber zur Düsseldorfer Reiterstaffel. Das Vergnügen währt nur kurz, als 2003 alle zehn Reiterstaffeln in NRW aufgelöst werden. „Das war schrecklich“, erinnert sich Hoffmann. „Da brach eine kleine Welt zusammen, weil ich doch so lange auf die frei werdende Stelle gewartet habe.“
Als sie gefragt wird, wo sie fortan arbeiten möchte, fällt ihr zunächst nichts ein. Dann geht sie in den Verkehrsdienst nach Düsseldorf. „Dort war ich unter anderem für Schwertransporte zuständig oder auch bei Staatsbesuchen im Einsatz“, erzählt die 39-Jährige. Ende 2006, inzwischen sind zumindest zwei Reiterstaffeln wieder ins Leben gerufen worden, darf sie wieder aufs geliebte Pferd. „Der Umgang mit dem Tier macht sehr viel Spaß“, schwärmt sie. Außerdem genieße sie die Effektivität als reitende Polizistin. „Der Auftritt mit dem Pferd hat eine ganz andere Wirkung. Da fühle ich mich viel wohler. Die Leute haben Respekt.“
Vielfach werden Silke Hoffmann und ihre Kollegen auch von Bürgern angesprochen. „Die Leute freuen sich dann, dass es wieder Reiterstaffeln gibt und wollen auch Fotos mit uns machen.“ Besonders in Erinnerung blieb ihr die 775-Jahr-Feier in Emmerich in diesem Jahr. „Das war ein echter Leckerbissen.“ Auch die Umweltministerkonferenz im November 2007 blieb Hoffmann in Erinnerung. „Die war auf Schloss Krickenbeck. Da waren wir im Außenbereich präsent. Das war für mich als Nettetalerin natürlich etwas ganz Besonderes“, sagt sie.
Allzu häufig führen die Einsätze auf dem Pferd schließlich nicht in ihre Heimatstadt. Auch nicht an diesem Nachmittag, in dieser Spätschicht. Da geht es für sie mit einer Kollegin noch nach Mettmann.
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