Nettetal: Im Kreis geht es alle an
VON LUDGER PETERS - zuletzt aktualisiert: 04.11.2008Nettetal (RPO). Der Kreis bleibt dabei, den Verein „Helfende Hände“ bei den Kosten für seine Unterkunft nicht zu unterstützen. Der Erste Beigeordnete Armin Schönfelder plädiert dafür, die Belastung auf mehrere Schultern zu verteilen.
Die Stadt Nettetal hält ihre Bitte an den Kreis, den Verein „Helfende Hände“ institutionell zu fördern, aufrecht. Erster Beigeordneter Armin Schönfelder bedauerte gestern im Gespräch mit der Rheinischen Post die weiterhin gültige Entscheidung im Kreishaus, darauf zu verzichten. Er korrigierte in dem Zusammenhang auch die Aussage des Kreises, es habe keine Kontakte deswegen gegeben. Er gehe davon aus, dass es im Kreishaus kommunikative Probleme gegeben habe, meinte er.
Das hat man wohl auch beim Kreis mittlerweile selbst erkannt. Pressesprecher Kaspar Müller-Bringmann teilte von sich aus mit, dass Kreisdirektor Dirk Frenzen die Angelegenheit kannte und in seinem Dezernat behandelt worden war. Frenzen war am vergangenen Freitag jedoch nicht im Kreishaus. Deswegen sei irrtümlich erklärt worden, Schönfelder habe sich nicht für die „Helfenden Hände“ beim Kreis eingesetzt.
Neues Domizil
Helfende Hände Der Verein hat in Lobberich-Dyck neue Ausstellungs- und Lagerräume in der ehemaligen Halle der Firma Dziuk (an der Ampelkreuzung) bezogen. Am Sonntag lud er zur Eröffnung mit einem Tag der offenen Tür ein. Ins Gerede gebracht hatte den Verein, dass seine bisherigen Ausstellungs- und Lagerräume an der Steyler Straße in Kaldenkirchen unzureichend waren.
Kreis lehnt Unterstützung ab
Der Verein gibt gegen kleines Entgelt vornehmlich Möbel und Hausgerät an bedürftige Menschen. Die Vorsitzende Renate Verhalen hatte um Unterstützung gebeten, weil die Lagerräume unzureichend waren und der Verein Gefahr lief, seine Kosten nicht begleichen zu können. Diese Bitte war an den Kreis gerichtet worden, die Stadt unterstützte dies. Aber der Kreis lehnte eine institutionelle Förderung ab. Schönfelder bedauerte das in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses.
Der Erste Beigeordnete war gestern sehr bemüht, nicht mehr Öl ins Feuer zu gießen. Er selbst und Sozialamtsleiter Michael Theven hatten diverse Kontakte zum Kreis. Schönfelder vertritt die Auffassung, dass es sinnvoller und kostensparender ist, in finanzielle Notlage geratene Menschen an einen Verein wie die „Helfenden Hände“ zu verweisen. Hat beispielsweise die Arge festgestellt, dass jemand Möbel benötigt, werden in der Regel Gutscheine von in Betracht kommenden Lieferanten ausgegeben, oder es wird beispielsweise für eine Erstausstattung ein Pauschalbetrag gezahlt. „Wir halten es für angebracht, Hilfesuchende an Vereine wie die Helfenden Hände zu verweisen. Dann muss das Geld nämlich erst gar nicht ausgegeben werden.“
Da die Städte und Gemeinden über eine Umlage die Ausgaben des Kreises für Unterkunft und Heizung zu tragen hätten, profitierten alle von einer institutionellen Förderung des Vereins „Helfende Hände“, argumentiert Schönfelder. „Wir sind doch alle darum bemüht, die Belastung für Städte und Gemeinden sowie für den Kreis zu reduzieren. Nettetal erwartet auch keineswegs eine Sonderbehandlung. Vielmehr wäre es auch eine sinnvolle Unterstützung von ehrenamtlichem Engagement.“
Er wolle gerne darüber mit dem Kreis ins Gespräch kommen, erklärte Schönfelder gestern. KOMMENTAR
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