Viersen: Integration übers Internet
VON JOACHIM NIESSEN - zuletzt aktualisiert: 19.04.2007Viersen (RPO). „Bessere Sprachförderung und größere Bildungschancen für Viersener Kinder mit Migrationshintergrund“, fordert der Ausländerbeirat der Kreisstadt. Die Verwaltung will einen elektronischen „Integrationsatlas“ einrichten.
Bei der Verbesserung der (Sprach-)Situation der in Viersen lebenden Ausländer und Migranten nimmt der Ausländerbeirat der Kreisstadt vor allem eine Institution regelmäßig in die Pflicht – sich selbst. „Wir müssen noch aktiver mitarbeiten und vor allem viel Aufklärungsarbeit in unseren Einrichtungen und Vereinen leisten“, betonte Onur Sahinbas, Vorsitzender des Ausländerbeirates, bei der jüngsten Sitzung im Kreishaus. Hintergrund für diesen Appell war ein Bericht der Verwaltung zur Integrationsarbeit in Viersen. Einem wichtigen Schritt zur Verbesserung stimmte der Beirat einstimmig zu: Im Mai soll der Auftakt zum Projekt „Integrationsatlas Stadt Viersen“ gestartet werden.
Kosten: 90 000 Euro
Zuschuss Die Kosten für die Erstellung des „Integrationsatlas Stadt Viersen“ werden 90 000 Euro betragen. 80 Prozent davon trägt das Land Nordrhein-Westfalen, 20 Prozent die Stadt Viersen.
Personalkosten Der Betrag der Stadt Viersen kann durch einen Personalkostenanteil in das Projekt eingebracht werden.
Angaben zum ÖPNV
Mit dieser Maßnahme will die Stadt den Informationsfluss in der Integrationsarbeit verbessern. Dabei setzen die Beamten aufs Internet. „Ein Info-Faltblatt mit Terminen bringt nur wenig, weil es meistens schon veraltet ist, wenn es erscheint“, beschrieb Wolfgang Güdden, Fachbereichsleiter Soziales und Wohnen bei der Stadtverwaltung, die Situation: „Da mit Neuzuwanderern und bislang nur unzureichend integrierten Personen insbesondere auch Menschen erreicht werden sollen, deren Ortskenntnis gering ist, soll eine internetbasierte Datenbank mit einem geographischen Informationssystem verknüpft werden.“ Im Klartext: Mit dem im Internet gesuchten Kursus- oder Sprachangebot erscheint zugleich ein ausdruckbarer Abschnitt des Stadtplans, der zusätzlich Angaben zum öffentlichen Personenennahverkehr beinhaltet. Sprachbarrieren wird es dabei nicht geben: Infos aus dem Integrationsatlas werden kombiniert in Deutsch sowie Türkisch, Russisch, Englischen und Französisch abrufbar sein.
Mit der technischen Realisierung des Integrationsatlas’ soll das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) in Moers beauftragt werden. Güdden: „Da der Atlas auf einer ohnehin im Verbandsgebiet eingeführten Software aufsetzt, ist eine langfristig kostengünstige Aktualisierung gewährleistet.“ Außerdem bestehe die Möglichkeit, dass die Programmierung auch anderen KRZN-Kommunen zur Verfügung gestellt werden kann.
Viersens Sozialdezernent Dr. Paul Schrömbges ergänzte, dass – falls der Sozialausschuss zustimmt – mit den Arbeiten an dem Projekt im Mai begonnen wird: „Unser Ziel ist es, dass der ,Integrationsatlas Stadt Viersen’ Ende Februar nächsten Jahres im Netz zur Verfügung steht.“ KOMMENTAR
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