Aktion "Fit in den Frühling": Interview: Mit Problemen nicht allein
zuletzt aktualisiert: 08.03.2010 - 14:02Aktion "Fit in den Frühling" (RPO). Sportmediziner Dr. Michael Fritz aus Viersen begleitet die Aktion "Fit in den Frühling" von Niederrheinwerken und Rheinischer Post. Im Gespräch erläutert er die Vorzüge des Trainings in der Gruppe.
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Bewerbungen mit Name, Adresse, Alter, Größe, Gewicht, E-Mail-Adresse, Telefon an: ursula.fiering@niederrheinwerke.de.
Nennen Sie die Gründe, warum Sie gern teilnehmen möchten, und geben Sie ihre erste (und eine zweite) Wunschsportart an.
Füllen Sie den Sport-Check http://www.wir-im-sport.de/templates/dokukategorien/dokumanagement/psfile/file/85/2008_04_21480c73fc19ea5.pdf aus und schicken Sie ihn per Post an: Niederrheinwerke, Stichwort "Fit in den Frühling", Rektoratstr. 18, 41747 Viersen.
Bewerbungsende ist am 12. Februar.
Kosten: 95 Euro.
Was will die Aktion erreichen?
Michael Fritz Wir wollen Menschen, die schon länger keinen Sport mehr treiben, dazu verhelfen, wieder Freude an der regelmäßigen Bewegung zu finden und gleichzeitig bei ihnen eine Ernähurngsumstellung einleiten. In Seminaren und Trainerstunden vermitteln wir Basiswissen aus den Bereichen Sport, Gesundheit und Ernährung, um Anfängerfehler zu vermeiden.
Gibt es typische Anfängerfehler beim Laufen?
Fritz Die häufigsten Fehler bestehen darin in zu hohem Tempo zu lange Strecken mit falschem Schuhwerk in zu warmer Kleidung laufen zu wollen. Beliebt ist auch eine allzu rasche Steigerung der Intensität und Häufigkeit des Trainings.
Welchen Einfluss hat die Gruppe auf den Sportanfänger?
Fritz Der Anfänger findet Gleichgesinnte. Alle kämpfen mit den gleichen Sorgen, Nöten und Problemen. Man ist nicht allein. Die Gruppe motiviert, Probleme und Rückschläge relativieren sich. Man spornt sich gegenseitig an und freut sich auf das nächste Treffen zur verabredeten Zeit am vereinbarten Ort. Da hat der innere Schweinehund keine Chance mehr.
In diesem Jahr wird auch Aqua-Training angeboten. Für wen eignet sich diese Sportart?
Fritz Aqua-Training ist eine gelenkschonende Sportart und eignet sich somit für Sportler, die unter Arthrosen leiden. Die Auftriebskraft des Wassers erleichtert besonders Übergewichtigen den Einstieg in ein systematisches Bewegungs-, Kraft- und Ausdauertraining.
Wer Übergewicht hat, will mit dem Laufen beginnen, damit die Pfunde schnell purzeln. Ist das richtig?
Fritz Ja, aber nur, wenn man das Laufen mit einer dauerhaften Ernährungsumstellung verbindet. Hin und wieder Joggen und eine kurzfristige Diät führen nicht zum Ziel.
Für wen eignet sich Nordic Walking?
Fritz Laufen kann bis ins hohe Alter hinein betrieben werden kann. Da die Gelenkbelastungen während des Joggens bei jedem Schritt beim 2,5- bis 3,0-fachen des Körpergewichts liegen, ist für Arthrosepatienten, Übergewichtige und untrainierte Menschen alternativ das Nordic Walking mit einer Gelenkbelastung vom 1,0- bis 1,5-fachen des Körpergewichts zu empfehlen. Nordic Walking kann aber dennoch hoch intensiv und sehr sportlich durchgeführt werden.
Nach welchen Erkrankungen eignet sich Nordic Walking bzw. Aqua-Training zur Rehabilitation?
Fritz Bei Herzmuskelschwäche, chronischer Bronchitis, Diabetes mellitus,Rheuma, Osteoporose, Niereninsuffizienz, Schlaganfall, Darmkrebs und Brustkrebs gehören Ausdauer-, Koordinations- und Krafttraining inzwischen zur Basistherapie. Hier müssen nicht nur Patienten, sondern auch Ärzte umlernen.
Welche Rolle spielt die Ernährung im Gesamtkonzept der Aktion?
Fritz Ziel ist es, möglichst vielen Menschen zu einem ausgewogenen Verhältnis von Nahrungszufuhr und Kalorienverbrauch zu verhelfen, um Krankheiten zu vermeiden, denn in Europa sterben mehr Menschen an den Folgen von Überernährung als an den Folgen von Unterernährung. Die Teilnehmer werden in einem Ernährungsseminar und Kochkurs geschult.
Im Rahmen der Aktion gibt es in diesem Jahr auch ein Mental-Training. Wie wichtig ist die Psyche beim Sport?
Fritz Mit Hilfe der Sportpsychologie können die Bedingungen im Präventions- und Breitensport so gestaltet werden, dass die Teilnehmer motiviert sind, Freude und Spaß erleben, so dass Sporttreiben die angestrebten gesundheitlichen Wirkungen zeigt. Mentales Training dient der Entspannung, der Stabilisierung sportlicher Leistungen, Vermeiden von Übertraining, Aufrechterhaltung einer ausgeglichenen Belastungs-Erholungs-Bilanz und Bewältigung von Krisen. Mentale Stärke muss im Sport genauso trainiert werden wie z.B. Schnelligkeit, Ausdauer, Kraft, Koordination und Flexibilität.
Das Gespräch führte Birgitta Ronge.
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