Viersen: Jobcenter rücken zusammen
VON JOCHEN SMETS - zuletzt aktualisiert: 31.10.2011NIEDERKRÜCHTEN/SCHWALMTAL (RP). Niederkrüchten und Schwalmtal arbeiten in der Beratung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen künftig zusammen. Die bisher getrennten Beschäftigungs- und Leistungszentren werden in Waldniel zusammengefasst.
In Waldniel rotieren noch die Handwerker, in Elmpt sitzen fünf Mitarbeiter des Beschäftigungs- und Leistungszentrums auf gepackten Koffern. Das Team von BLZ-Leiter Burkhard Zohren wird am 16. November die letzten Kunden in den Büros im Elmpter Bürgerservice neben dem Rathaus beraten. Eine Woche später, am 23. November, eröffnet das neue BLZ im ehemaligen Schwesternwohnheim des St.-Antonius-Krankenhauses. Hier werden die bisher eigenständigen BLZ Schwalmtal und Elmpt zusammengefasst. Zohren spricht von einem "vernünftigen Kompromiss".
Noch im letzten Jahr gab es Überlegungen, die BLZ Schwalmtal und Niederkrüchten in Viersen zu zentralisieren. Das brachte die Kommunalpolitik in beiden Gemeinden auf die Palme. Für die Klienten wäre das eine Zumutung gewesen. Die Busverbindungen sind dürftig. Inklusive Hin- und Rückfahrt aus einem der entlegenen Ortsteile Niederkrüchtens hätte ein Beratungsgespräch in Viersen zum Beispiel für eine alleinerziehende Mutter fast eine Tagestour bedeutet. Ein anderer Aspekt: "Wir können nur effektiv arbeiten, wenn wir vor Ort sind. Hier kennen wir die Arbeitgeber und können passgenau vermitteln", sagt Zohren.
Umstrukturierung
Leiter des BLZ Schwalmtal/Niederkrüchten wird Burkhard Zohren. Der bisherige Leiter des BLZ Schwalmtal, Marc Diede, geht zurück in die Gemeindeverwaltung Schwalmtal. Im Zuge der Umstrukturierung der einstigen ARGEn zu Jobcentern wird es im Kreis Viersen künftig fünf statt bisher neun Beschäftigungs- und Leistungszentren geben: Tönisvorst und Grefrath werden an Kempen angegliedert, Brüggen an Nettetal, Niederkrüchten an Schwalmtal.
Das haben er und seine fünf Mitarbeiter im BLZ Niederkrüchten sehr erfolgreich getan: Als das BLZ im Januar 2006 startete, wurden 430 sogenannte Bedarfsgemeinschaften betreut (das können Ein- oder auch Mehrpersonenhaushalte sein). Heute sind es nur noch 270. Zohren ist optimistisch, dass sich die positive Tendenz am neuen Standort fortsetzt. Die räumliche Nähe zu potenziellen Arbeitgebern besteht nach wie vor. Auch sonst hat der Umzug durchaus Vorteile für die Kunden, betont Zohren. So werden die Öffnungszeiten dank besserer personeller Ausstattung erheblich erweitert, kündigt Zohren an.
Bisher war das BLZ Niederkrüchten nur montags, mittwochs und freitags von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Das künftige BLZ Schwalmtal/Niederkrüchten mit seinen rund 15 Mitarbeitern soll auch an mehreren Nachmittagen offen stehen. Gelöst ist auch das größte Problem der Elmpter Büros: die räumliche Enge. In Elmpt mussten die Sachbearbeiter in doppelt belegten Büros arbeiten. Da aber aus Datenschutzgründen immer nur ein Kunde gleichzeitig beraten werden kann, kam es zu erheblichen Verzögerungen und langen Wartezeiten. In Waldniel gibt es deutlich mehr Platz. Zudem wird es hier zwei Kundenbüros für einfache Angelegenheiten geben: Kunden, die nur eine kurze Frage haben oder fehlende Unterla-gen einreichen wollen, können das sofort tun und müssen nicht auf den nächsten freien Berater warten.
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