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Brüggen: Kaiser's fürchtet Edeka-Bau

VON WILTRUD WOLTERS - zuletzt aktualisiert: 09.02.2012

Brüggen (RP). Eigentlich hatte Kaiser's den Markt am Weizer Platz in Bracht in diesem Jahr sanieren wollen. Doch mit der geplanten Ansiedlung von Edeka an der Borner Straße in Brüggen zieht das Unternehmen nun zurück:

Im vergangenen Jahr hatte Kaiser's schon den Markt in Brüggen geschlossen. Wenn nun Edeka kommt, sei der Markt am Weizer Platz in Bracht kurz- und mittelfristig nicht überlebensfähig, so das Unternehmen.  Foto:  Busch
Im vergangenen Jahr hatte Kaiser's schon den Markt in Brüggen geschlossen. Wenn nun Edeka kommt, sei der Markt am Weizer Platz in Bracht kurz- und mittelfristig nicht überlebensfähig, so das Unternehmen. Foto: Busch

Wenn Edeka kommt, sei Kaiser's in Bracht nicht überlebensfähig.

Die mögliche Ansiedlung eines großen Edeka-Marktes an der Borner Straße schlägt in Brüggen hohe Wellen. Am Dienstag gründete sich, initiiert vom Werbering Brüggen, die Bürgerinitiative Pro Brüggen. Zur Gründungsversammlung kamen etwa 80 Gäste in das Restaurant "Zum Burghof". Auch in Bracht stand gestern eine Versammlung des Werberinges an. Denn die Lebensmittelkette Kaiser's hatte Bürgermeister Gerhard Gottwald und den Fraktionen zur Kenntnis mitgeteilt, dass man das Sanierungskonzept für den Standort Bracht bei einer Realisierung von Edeka überdenken würde.

Würde Edeka gebaut, so seien die im Brachter Zentrum liegenden Lebensmittelanbieter Kaiser's und Netto "aufgrund ihrer Lage und Größe gegenüber den Wettbewerbern in Brüggen sowie des Alters der Standorte kurz- bis mittelfristig nicht überlebensfähig", heißt es von Kaiser's. Im vergangenen Herbst hatte Kaiser's bereits das Geschäft in der Fußgängerzone in Brüggen geschlossen.

Info

40 Mitglieder

40 Gäste trugen sich am späten Abend als Gründungsmitglieder der Bürgerinitiative Pro Brüggen ein. "Wir wollen ein Netzwerk schaffen", sagte Gabriele Seifert-Lieck. Es ginge nicht vordergründig darum, Edeka zu verhindern. "Das Ziel ist es, durch möglichst viele Gespräche auf uns aufmerksam zu machen, unseren Standpunkt zu verdeutlichen und zum Nachdenken anregen, welche Folgen übereilte Entscheidungen im Hinblick auf die Ausweisung immer neuer Sondernutzungsflächen im Gewerbegebiet haben können." Man müsse den Bedarf genauer analysieren und Brüggen bedarfsgerecht entwickeln.

Als immer mehr Stühle in den "Burghof" getragen wurden und die ersten Gäste keinen Sitzplatz mehr fanden, staunten die Organisatoren Axel Lohan und Gabriele Seifert-Lieck vom Brüggener Werbering nicht schlecht. Alleine durch dieses Interesse verbuchten sie schon einen großen Erfolg. Ihnen geht es mit der Initiative Pro Brüggen vorrangig darum, den Brüggener Ortskern mit seiner Fußgängerzone zu stärken. Einige Redner bezweifelten, dass ein 1950 Quadratmeter großer Vollsortimenter mit Lebensmitteln, Drogeriewaren und Randsortimenten für Brüggen überhaupt nötig sei.

Man befürchtet zudem eine extreme Schwächung des Einzelhandels in der Fußgängerzone. Eine solche Entwicklung würde man bereits durch die Schließung von Kaiser's verspüren. Das gelte vor allem für die Klassiker im Mitnahmebereich wie Blumen. Aber auch für Bäcker, Metzger, Schreibwaren oder auch den Drogeriemarkt Schlecker könnte Edeka massive Folgen haben.

"Der Lauf in der Fußgängerzone ist weniger geworden", sagte Seifert-Lieck. "Ja. Es geht für viele um die Existenz", sagte Axel Lohan, der mit seinem Sportgeschäft vom Odlo-Outletstore, der an der Borner Straße ebenfalls gebaut wird, direkt betroffen ist. Lohan und Dietmar Gross, die in Brüggen Sportgeschäfte betreiben, haben ebenfalls angefragt, wie Lohan berichtete, doch ihnen sei gesagt worden, dass für sie das Zentrenkonzept gelte.

"Sehr irritiert"

Dieses Zentrenkonzept, das sich die Brüggener selbst gegeben haben, verbietet eigentlich eine Ansiedlung von zentrenrelevanten Märkten. Nun sei man sehr irritiert, dass für einen einzelnen Investor in kürzester Zeit Ausnahmeregelungen geschaffen werden sollen.

Man müsse versuchen, für das Zentrum einen Lebensmittelladen zu gewinnen. Bürgermeister Gottwald, in der intensiven Diskussion ein gefragter Gesprächspartner, verteidigte mehrfach das Ansinnen, das im Bauausschuss bereits beraten wurde und heute auch im Gemeinderat auf der Tagesordnung steht: "Was haben wir dadurch gewonnen, dass sich der beliebteste Drogeriemarkt Deutschlands in Niederkrüchten angesiedelt hat?" Aufgrund des Einzelhandelskonzeptes hatte Brüggen "dm" seinerzeit offensichtlich keinen adäquaten Standort anbieten können.

Quelle: RP


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