Kreis Viersen: Katholiken im Balanceakt
VON ANDREAS REINERS - zuletzt aktualisiert: 13.08.2008Kreis Viersen (RPO). Bei der Frage der Auflösung der katholischen Kirchengemeinden St. Joseph und St. Notburga in Alt-Viersen sind die Beteiligten weiter im Gespräch. Die Fronten scheinen verhärtet. Im September soll Entscheidung fallen.
Die Kuh ist längst noch nicht vom Eis, aber die Beteiligten sind nach wie vor im Gespräch. Das ist für Insider schon ein positives Zeichen. Seit Monaten schwelt der Konflikt zwischen den Laiengremien der katholischen Gemeinden St. Joseph und St. Notburga in Alt-Viersen und dem Bischöflichen Generalvikariat in Aachen. Der Anlass: Die beiden Gemeinden sollen zum Jahresende aufgelöst werden und zum 1. Januar 2009 verwaltungstechnisch in die Pfarre St. Remigius in Alt-Viersen einfließen.
In einem Gespräch am 23. Juni in Viersen, an dem Vertreter aller drei beteiligten Gemeinden teilgenommen haben, hat der Bevollmächtigte des Generalvikariats, Bernd Dickmeis, den Gemeinden ein vermittelndes Angebot des Bischofs unterbreitet: Wenn sie sich einvernehmlich auf eine Fusion einigen würden, werde Aachen von der geplanten Auflösung von St. Joseph und St. Notburga Abstand nehmen.
Pfarrgemeinderat
Aufgabe Das von der Gemeinde gewählte Gremium sorgt zusammen mit dem Pfarrer und anderen Mitarbeitern für das Leben und Wirken der Gemeinde.
Ortsausschuss Wo sich in einer Gemeinschaft der Gemeinden im Bistum Aachen ein Gesamtpfarrgemeinderat bildet, können laut Satzung für die Pfarrgemeinderäte im Bistum Ortsausschüsse für die einzelnen Gemeinden gebildet werden.
Fachanwalt eingeschaltet
Nach den ersten Protestaktionen in den von Auflösung betroffenen Gemeinden – in St. Joseph läuteten im Mai aus Protest an mehreren Tage nachmittags die Glocken – sind die Beteiligten nun im „konstruktiven“ Gespräch, wie die Rheinische Post erfuhr. Allerdings sprechen Insider auch von einem schwierigen „Balanceakt“. Denn während die Vertreter von St. Joseph signalisierten, dass sie sich einer Fusion mit St. Remigius nicht widersetzen würden, lehnt man dies in St. Notburga kategorisch ab. Man setzt sich weiter für die Selbstständigkeit der Pfarre ein. Damit ist eine einvernehmliche Lösung derzeit nicht in Sicht und das Angebot des Bistums wohl auch vom Tisch.
Die Laienvertretungen von St. Joseph lassen sich nach RP-Informationen von einem Fachanwalt, der in Kirchenrechtsfragen bewandert ist, beraten. Er hat gegen die Auflösungspläne des Bistums Widerspruch eingelegt. Ein entsprechender Gütetermin vor der bischöflichen Schlichtungsstelle steht noch aus.
Vor diesem Hintergrund ist für Montag, 25. August, die nächste Gesprächsrunde angesetzt. Dann hat die St.-Joseph-Gemeinde gerade ihr Pfarrfest gefeiert. Ob es das letzte als selbstständige Einheit gewesen sein wird, entscheidet sich im September. Dann will der Aachener Bischof seine Entscheidung bekannt geben. Ende Oktober entscheidet der Priesterrat des Bistums abschließend über die Frage der Fusionen oder Auflösungen von Kirchengemeinden.
Votum über die Zukunft
Dieses Votum wird auch über die Zukunft der Pfarren in Dülken – hier sollen die Gemeinden St. Cornelius (mit der Vikarie St. Ulrich) und Herz Jesu Dülken-Nord fusionieren – und in Süchteln – hier ist ein Zusammenschluss von St. Clemens und St. Franziskus Süchteln-Vorst geplant – entscheiden. Auch in Schwalmtal sind Fusionen geplant: So sollen sich die Gemeinden St. Michael Waldniel und St. Mariä Himmelfahrt Waldnieler Heide sowie in Amern die Gemeinden St. Anton und St. Georg zusammenschließen. KOMMENTAR
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