Brüggen: Keine Konsequenzen nach Jugendschutz-Razzia
zuletzt aktualisiert: 20.08.2008Brüggen (RPO). Die nächtliche Razzia in der Disko „Brösel’s“ ist heute Abend Thema im Kreis-Jugendausschuss. Das Jugendamt berichtet vom Verlauf der Jugendschutzkontrolle am 7. Juni. Damals hatten fünf Teams rund 250 Jugendliche überprüft und Personalien von 125 Jugendlichen unter 18 aufgenommen. 50 Jugendliche wurden zur Polizei Dülken gefahren, vier Minderjährige nach Hause gebracht.
Indessen wurde Kritik laut, der „große Auftritt“ der Behörden vor laufender TV-Kamera habe kaum Konsequenzen nach sich gezogen. Jugendliche berichten, im „Brösel’s“ laufe der Betrieb wie gehabt – Minderjährige zu später Stunde und deren Alkoholkonsum bleiben ein Problem. Das Jugendamt hat Eltern brieflich über die Jugendschutzbestimmungen informiert und auf ihre Verantwortung hingewiesen. Eltern, deren Kinder nach Hause chauffiert wurden, erhielten die Mitteilung, dass sie eine Rückführung künftig bezahlen müssen. Ansonsten seien „keine ordnungsbehördlichen Konsequenzen bekannt“, sagte Ordnungsamtsleiter Jürgen Mörschbächer.
„Das Ordnungsamt und der Kreis allein können keine Lösung finden“, sagte Mörschbächer. In Brüggen sei es personell nicht möglich, an einem Abend rund 200 Jugendliche zu überprüfen und dann zahllose Ordnungsverfügungen zu schreiben. Was den Alkoholkonsum angehe, sei es „schwierig nachzuweisen, dass in der Disko Alkohol an Minderjährige ausgeschenkt wird“. Vielmehr deckten sich die Jugendlichen vor Busabfahrt in Supermärkten mit Alkohol ein. „Meist wird ein Älterer vorgeschickt. Die kommen mit der Flasche schon an“, sagte Mörschbächer.
Diskobus nicht realisiert
Davon verschaffte sich auch CDU-Ratsmitglied Christoph Platzer einen Eindruck. Er begleitete eine Busfahrt von Ordnungsamt, Jugendamt und einem Polizeibeamten von Süchteln nach Brüggen. „An der Haltestelle in Süchteln wurden Jugendliche mit Schnapsflaschen angetroffen, die ihnen auch weggenommen wurden“, berichtete Platzer. Im „Brösel’s“ seien Jugendliche je nach Alter mit verschiedenfarbigen Stempeln auf der Hand gekennzeichnet worden. Er äußerte sich angenehm überrascht: „Ich hatte den Eindruck, dass es den Regeln entsprechend verläuft.“
Jürgen Mörschbächer ist enttäuscht, dass ein Diskobus, wie er in Brüggen und auch Schwalmtal favorisiert wurde, in Viersen keine Unterstützung fand und nicht realisiert wurde. Er hätte die geordnete pünktliche Rückfahrt Minderjähriger gewährleisten können.
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