Viersen: Kirchen: CDU blickt besorgt nach Aachen
zuletzt aktualisiert: 26.05.2008Viersen (RPO). Die Diskussionen der vergangenen Wochen sind nicht mehr zu überhören. Mit Sorge blickt der Viersener CDU-Vorsitzende Paul Mackes auf die Entwicklungen, die die Kirchenlandschaft in Viersen nachhaltig verändern werden.
„Es liegt mir fern, mich als Politiker in die internen Entscheidungen der Kirche einzumischen, hier gilt die strikte Trennung von Kirche und Staat“, so der Parteichef. Trotzdem sieht Mackes die Konsequenzen diverser Bistumsentscheidungen sehr wohl als gesellschaftlich relevante und damit auch für die Stadt Viersen nachhaltige Veränderung an. „Diese Entwicklung ist durchaus auch politisch zu bewerten.“
Sozialpolitische Bedeutung
„Das Pfarr- und Gemeindeleben in unserer Stadt hat eine nicht zu unterschätzende sozialpolitische Bedeutung“, so Mackes weiter. Angefangen bei kirchlichen Einrichtungen für die Jugendarbeit über gemeinwohlorientierte Sozialarbeit bis hin zu generationenübergreifenden Betreuungsaufgaben leisteten die meist ehrenamtlichen Helfer wichtige Unterstützung. „Das Gemeindeleben ist dezentral orientiert. Das heißt: Jeweils in den Gemeinden vor Ort findet Gemeindeleben statt und nicht zentralisiert an einer Stelle“, so der CDU-Vorsitzende. Der Rückzug der Kirche aus der Fläche werde das Gemeindeleben in der heutigen Form schwerwiegend negativ verändern, ist sich der CDU-Politiker sicher. Es bestehe die Gefahr, dass liebgewonnene und sozial unverzichtbare „Lebensgemeinschaften vor Ort“ sich auflösen. Die Aufgaben, die die Kirche als freier Träger bisher wahrnimmt, würden abnehmen und damit eine Lücke hinterlassen, die von der öffentlichen Hand nicht geschlossen werden kann.
„Auch wenn es vielleicht nicht eine Kernaufgabe der Kirche ist, hat sie die sozialpolitischen Auswirkungen ihres Handelns nicht zu Ende gedacht“, übt Mackes deutlich Kritik. Es werde zu einem weiteren Verlust von christlichen Werten in unserer Gesellschaft kommen. „Auch wenn ich die wirtschaftlichen und pastoralen Zwänge durchaus nachvollziehen kann, halte ich die Vorgehensweise des Bistums in dieser Hinsicht für wenig christlich“, so der CDU Vorsitzende. KOMMENTAR
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