Viersen: KKV: Expertin zur Organspende
VON PAUL OFFERMANNS - zuletzt aktualisiert: 09.02.2008Viersen (RPO). Unter dem Thema „Organspende spendet Leben“ referierte Dr. med. Renate Breuer kürzlich beim KKV Viersen in der Gesellschaft Erholung. Sie ist Koordinatorin für Organspende der Deutschen Stiftung Organspende. Die Jülicherin machte auf die deutsche Gesetzgebung, Vorteile, Risiken, Ethik rund um dieses sensible Thema aufmerksam. Alle gemeldeten Organspenden und Vergaben laufen letztlich über Eurotransplant. Sie klärte auf, was es mit dem Hirntod auf sich hat und wann der Totenschein ausgestellt wird.
Dr. Renate Breuer erklärte die Patientenverfügung und die Konsequenzen für die Angehörigen. Sie wies auf Länder hin, die Organe zum Beispiel nach einem tödlichen Unfall entnehmen dürfen. Dazu gehört das Nachbarland Belgien und das beliebte Urlaubsziel Österreich, wo nach dortigem Gesetz und Recht gehandelt wird. Oder sie äußerte sich zum Handel mit Organen, bei dem die Bewohner ganzer Dörfer Organe spenden: „Da müssen wir uns den Vorwurf machen, weil wir die Organe haben wollen.“
Sie sprach über Dringlichkeit, Chancengleichheit und auch die Verträglichkeit der Organe. Die meisten Organspenden gibt es über atraumatische Zustände – weniger durch Unfalltod. Sie zeigte anhand von zwei Beispielen, dass eine Transplantation lebensrettend sein kann, wie bei zwei Kindern mit einer angeborenen Leber- bzw. Herzerkrankung.
Eine Dame aus den Reihen des KKV hatte eine Schrumpfniere. Sie schilderte: „Ich habe seit 17 Jahren eine neue Niere. Ich kam sehr schnell an ein neues Organ heran. Eine neue Niere ist ernst zu nehmen. Ich musste aufpassen, dass ich mir nicht irgendwelche Krankheiten einfing. Nachdem ich die Dialyse kennen gelernt habe, bin ich ein ganz neuer Mensch.“ Ein älterer Herr steht schon vier Jahre auf der Warteliste. Er erfuhr bei einer Vortragsveranstaltung in Düsseldorf, dass nicht alle Krankenhäuser für das Prozedere einer Organspende (meist aus Kostengründen!) empfänglich sind. Eine Witwe unter den Zuhörern schenkte ihrem Sohn eine Niere. Ihre Tochter wartet auf eine Spenderniere. Auch ihr verstorbener Mann musste eine neue Niere haben.
Auch die Psyche wurde angesprochen, etwa beim Empfänger, der nicht weiß, von wem die Niere ist. Oder beim Spender, der eventuell auf Druck seiner Umgebung gezwungen wird, beispielsweise eine Niere abzugeben.
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