Brüggen: Kommen Bier und Betten?
VON GABI LAUE - zuletzt aktualisiert: 24.08.2010Brüggen (RPO). Im Gewerbegebiet Weihersfeld nahe der Borner Straße will ein Investor einen Getränkemarkt, ein Dänisches Bettenlager und ein Sport-Outlet ansiedeln. Der Rat ist dafür, im Einzelhandelskonzept gibt's Gegenargumente.
Zurzeit wird das Planungsrecht für das gesamte Gewerbegebiet Weihersfeld überarbeitet. Das hatte der Rat Ende 2008 beschlossen. Im planungsrechtlich abgetrennten nördlichen Teil soll es künftig nur gewerbliche Nutzungen und keine Einzelhandelsbetriebe geben. Ein neuer Bebauungsplan Gewerbegebiet Weihersfeld-Süd hat zum Ziel, die Festsetzungen an das Einzelhandelskonzept der Gemeinde anzupassen. Genau hier liegen "Haken" für die Pläne eines Investors, auf der Fläche hinter dem "Fressnapf" einen Getränkemarkt, einen Werksverkauf von Odlo Sports und ein Dänisches Bettenlager anzusiedeln. Rat und Bauausschuss stimmten dem einmütig zu. Die Verwaltung muss nun schlüssige Begründungen finden, wie eigentlich zentrenrelevante Kernsortimente dennoch rechtssicher im B-Plan verankert werden können.
Gutachten
Das Gutachten zum Einzelhandelskonzept sieht Katharinenhof und Busbahnhof als Grenze des Zentrumsbereichs. Mit einer räumlichen Begrenzung der Haupt- und Nebenzentren sowie Empfehlungen einer "Brüggener Sortimentsliste" soll das Einzelhandelsgutachten eine Richtschnur zur städtebaulichen Entwicklung bieten. Keine zentrenrelevante Bedeutung hat die Borner Straße.
Spannende Frage
"Die Frage bleibt spannend", meinte Bauamtsleiter Dieter Dresen jetzt auf Nachfrage der RP. "Wir wollen das Zentrum schützen, andererseits die Versorgung der Brüggener Bevölkerung sicherstellen." Ginge es streng nach dem Einzelhandelskonzept, seien "alle drei da nicht machbar". Denn es gibt zu dem Konzept eine "Brüggener Sortimentsliste", die regelt, welche Waren ins Zentrum gehören. Dazu zählen beispielsweise auch Getränke und Sportbekleidung. Und das Dänische Bettenlager verkauft neben Betten, Matratzen und Möbeln auch jede Menge anderer Artikel für Haus und Garten, die als "zentrenrelevante Randsortimente" gelten. Ernsthafte Konkurrenz dürften die drei Vorschläge für den Handel im Ortskern jedoch nicht darstellen.
Schon Anfang 2009 hatte der Eigentümer der Grundstücke an der Borner Straße, auf denen Lidl und Fressnapf ansässig sind, beantragt, bei Aufstellung des Bebauungsplanes die Errichtung eines kleinflächigen Getränkemarktes zu berücksichtigen. Der Bauausschuss folgte damals seinem Argument: Wo im historischen Ortskern sollte sich wohl ein Getränkemarkt einrichten lassen, aus dem man Wasserkästen zum Auto tragen kann? Jetzt ist das Konzept erweitert: Hinter dem Markt mit einer Verkaufsfläche von 630 Quadratmetern könnte der Odlo-Outletshop auf 384 Quadratmeter einziehen, das Bettenlager soll sich auf 750 Quadratmetern ausbreiten. Schlagendes Argument für Odlo ist die Standortsicherung – die weltweit tätige Firma betreibt im Weihersfeld seit 20 Jahren ein zentrales Warenlager und seit einigen Jahren auch einen Werksverkauf. Ein Umzug im Umfeld wäre vertretbar. Beim Bettenlager müsste der Umfang der Randsortimente begrenzt werden. Einen B-Plan-Entwurf will die Verwaltung in der nächsten Bauausschusssitzung vorlegen.
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