Viersen: Krimi-Schauplatz Schule
VON SABINE KÜCKEMANNS - zuletzt aktualisiert: 01.07.2008Viersen (RPO). Zwanzig Schüler drehten einen Kriminalfilm am, im und sogar auf dem Werner-Jaeger-Gymnasium. Das Ergebnis ist trotz bescheidener technischer Möglichkeiten sehr sehenswert geworden. Premiere war schon.
Lobberich Heraus kam ein Streifen, der sowohl Mitschülern als auch Eltern gefiel: Fast ein ganzes Jahr lang hat es gedauert, bis der Film im Kasten war. Produzent, Regisseur und Darsteller sind mit dem Ergebnis hoch zufrieden. Und das Publikum? Es feiert seine Stars wie bei den Filmfestspielen in Cannes.
Schüler der Jahrgangsstufe 12 am Werner-Jaeger-Gymnasium haben in eigener Regie einen Krimi gedreht. Das Ergebnis wurde kürzlich Eltern und Mitschülern präsentiert. Das Publikum lohnte die Mühe mit Applaus und guten Kritiken. Der einstündige Film ist ein Projekt im Rahmen des Literaturunterrichtes. Die Schüler haben ihn selbst produziert. Angefangen vom Schreiben des Drehbuchs über Schauspiel, Regie bis hin zu Schnitt und Ton – jedes Mitglied der 20-Köpfigen „Film-Crew“ musste anfassen und seinen Part zum Gelingen beitragen.
Film am WJG
Literatur Das Unterrichtsfach Literatur steht in der Stufe 12 neben Kunst und Musik zur freien Wahl. Der Kursus dauert ein Jahr.
Projekt Das Filmprojekt unter der Leitung von Deutschlehrerin Alexandra Bahrsch hat in dieser Form zum ersten Mal am WJG stattgefunden. Das Projekt soll angesichts des Erfolgs beim ersten Mal im kommenden Schuljahr erneut angeboten werden.
Der Plot ist schnell erzählt: Ein Junge komt durch den Sturz vom Dach der Schule ums Leben. War es Mord oder ein Unfall? Die drei Ermittler, dargestellt von den 18-Jährigen Christina Welters, Lisa Mieruch und Dennis Korsten, stoßen bei ihren Nachforschungen auf ein Dickicht aus Lüge und Intrige. Heraus kommt: Der Tote hatte mit Drogen gedealt und damit den Bruder eines Mitschülers ins Unglück gestürzt. Der wiederum will den Dealer zur Rede stellen und stößt ihn im Affekt während eines Streitgesprächs vom Dach.
Alles in allem ein Stoff, den man nicht auf Anhieb auf dem Lehrplan eines Literaturkurses vermuten würde. Die Thematik allerdings ist keineswegs aus der Luft gegriffen sondern ist – wenn auch stark überzeichnet – Abbild einer Realität, wie sie Schülern und Jugendlichen mitunter begegnet. „Die Schüler haben das Thema selbst gewählt. Auch die Dialoge stammen aus ihrer Feder“, berichtet Deutschlehrerin Alexandra Bahrsch, die das Projekt leitete. „Das ist eine Premiere am WJG“, so Bahrsch. „Allein deswegen bin ich sehr zufrieden, weil gleich beim ersten Versuch ein gutes Ergebnis herausgekommen ist.“
Natürlich gäbe es noch viel zu verbessern. So wünscht sich die Lehrerin für kommende Film-Projekte ein Mikrofon mit Arm („Galgen“) für bessere Tonqualität oder eine zweite Videokamera mit Stativ für den „Gegenschuss“. „Klar, man bekommt mit einer schlichten kleinen Handkamera und kleinem Mikro nicht die besten Ergebnisse, was Bild und Ton betrifft.“ In Anbetracht der bescheidenen Umstände sei der Film aber toll geworden.
Auch die Schüler freuen sich. „Das Schauspielern hat mir sehr viel Spaß gemacht. Vor allem die Aufgabe, sich in einen andern Charakter hineinzuversetzen, war spannend“, sagt Christina Welters. Bei aller Freude über die eigene schauspielerische Leistung gibt die Kaldenkirchenerin zu bedenken: „Ohne die Mitschüler, die hinter den Kulissen für Technik und Schnitt verantwortlich waren, hätten wir den Film nicht machen können.“ Wie im Showbusiness. Dort sieht man weder Kameraleute noch Kabelträger auf dem roten Teppich.
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