Viersen: Kunstroute in der City
VON ANDREAS REINERS - zuletzt aktualisiert: 21.01.2009Viersen (RPO). Die Kunstaktion "Stuhl frei" des Bistums Aachen für die Region startet am Freitag in der Viersener Innenstadt. 35 Stühle wurden von 16 Behinderten-Einrichtungen im Kreisgebiet gestaltet. Sie werden bis 20. Februar gezeigt.
"Kommt und seht!" lautet das Motto einer in dieser Form für die Kreisstadt wohl einmaligen Kunstaktion: Auf einer Kunstroute durch die Viersener Fußgängerzone gibt es in den kommenden Wochen Kunst der besonderen Art zu sehen. Es sind die Ergebnisse der Kunstaktion "Stuhl frei!". "Nehmen Sie bitte Platz!" heißt es bei einemn Rundgang mit 14 Stationen. Er beginnt und endet am Stadthaus. Die Kunstroute wird am kommenden Freitag, 23. Januar,11 Uhr, im Viersen Stadthaus am Rathausmarkt im Beisein von Bürgermeister Günter Thönnessen und Regionaldekan Alexander Schweikert feierlich eröffnet. Dabei werden die Künstler ihre Kunstobjekte an Mitarbeiter von Einrichtungen und Geschäften zur Ausstellung übergeben.
Initiative des Bistums
Die Kunstaktion ist eine Initiative der Pastoral mit Menschen mit Behinderung im Bistum Aachen. "Menschen mit Behinderung sowie ihre Begleiter waren aufgefordert, einen einfachen Holzstuhl in ein Kunstobjekt zu verwandeln", sagt Gabi Laumen, die im Bistum für die Aktion verantwortlich ist. "Dabei sollten sie sich mit folgender Frage auseinandersetzen: Welchen Platz hast Du in der Kirche und in der Gesellschaft?"
Aktionen zur Aktion
Ausstellung Die Kunstroute mit 14 Stationen ist in der Fußgängerzone vom 23. Januar bis 20. Februar zu sehen (Rundgang ab und bis Stadthaus). Ein Schaufensterbummel ist zu jeder Zeit möglich.
Eröffnung Freitag, 23. Januar, 11 Uhr, im Stadthaus
Gespräch mit Künstlern Sonntag, 1. Februar, nach der Messe um 11 Uhr in der Pfarre St. Remigius
Führungen Donnerstag, 29. Januar, 9 bis 11.15 Uhr, oder Dienstag, 17. Februar, 15 bis 17.15 Uhr (Anmeldungen beim Katholischen Forum Viersen, Ruf: 02162 17290).
Informationen Routenbeschreibungen und Infomaterial liegen in den beteiligten Geschäften und Einrichtungen aus.
35 Stühle wurden von 16 Einrichtungen und Initiativen im Kreisgebiet Viersen gestaltet. Die Menschen und ihre Begleiter, die an der Aktion teilgenommen haben, sind sehr unterschiedlich – ihre Wohn- und Lebensweise, Herkunft, Alter, Grad der Behinderung. "Die Stühle wurden von einzelnen Personen, zu zweit oder einer Gruppe bemalt, beklebt, bearbeitet. Jetzt fiebern die Künstler und Künstlerinnen danach, ihre Kunstobjekte in der Öffentlichkeit zu präsentieren", so Gabi Laumen, die Diözesanbeauftragte für Pastoral mit Menschen mit Behinderung ist.
Die Ergebnisse der Kunstaktion sind so bunt und vielfältig wie die Menschen, die daran beteiligt waren. Gabi Laumen: "Auf die eine Frage gibt es eben viele Antworten." Mal geht es um das Thema "Behinderung" – wie sie erlebt wird und welchen Schutz Menschen mit Behinderung im Alltag erfahren. Bei anderen Objekten stehen Liebe und Partnerschaft im Vordergrund. Eine weitere "Stuhl-Kunst-Reihe" zeigt, wo und wie Menschen ihre Freizeit verbringen möchten – bei Schalke 04 oder im Borussiapark in Mönchengladbach oder einfach im Café. Die Frage, ob es einen Platz für Menschen mit Behinderung in der Kirche gibt, wurde nicht nur von einer Messdienergruppe aus Vorst positiv beantwortet. Kirchen aus Holz und Pappe zieren auch andere Stühle.
Die Organisatoren hoffen, dass sich viele interessierte Bürger und Kunstliebhaber zu einem Besuch in die Viersener Innenstadt aufmachen werden. "Vielleicht gelingt es auch, dass Fußgänger sich bei ihrer Einkaufstour in der Viersener Innenstadt überraschen lassen und bei dem einen oder anderen Kunstobjekt etwas länger verweilen", so Gabi Laumen.
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