Viersen: Lärm ums Alte Waisenhaus?
VON JOACHIM NIESSEN - zuletzt aktualisiert: 04.04.2008Viersen (RPO). Es soll lauter werden in Dülken: Das behaupten zumindest Anwohner rund um den Eligiusplatz. SPD-Ratsherr Heinz Plöckes sieht das anders: „Mit der dortigen Gastronomie wird die Attraktivität gesteigert.“
Es regt sich Unmut um den Eligiusplatz. Hintergrund: Der Bau- und Planungsausschuss hat das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes für den Bereich Altes Waisenhaus auf den Weg gebracht. Der neue Plan liegt derzeit zunächst zur Einsicht für die Bürger offen. Kernstück ist ein neues kleines Hotel, das Investor Hans-Wilhelm Janissen-Brass neben dem Alten Waisenhaus – auf dem Grundstück des angrenzenden Mostertz-Hauses – errichten will. Betreiben sollen es die Pächter des Hotels „Hindenburg“ in Süchteln. Sie übernehmen auch die geplante Gastronomie im Alten Waisenhaus. Janissen-Brass ist seit vorigem Jahr Inhaber der „Hindenburg“. Jetzt rechnen in Dülken Nachbarn mit regelmäßigen Veranstaltungen und möglicher Lärmbelästigung.
Unterlagen einsehen
Bebauungsplan Der Bau- und Planungsausschuss hat am 19. Februar die Auslegung des Bebauungsplans 254 um das Alte Waisenhaus beschlossen.
Stadtplanung Bürger können bis zum 25. April im Fachbereich 60 – Stadtplanung – , Bahnhofstraße 23, die Unterlagen einsehen und Stellungnahmen vorbringen.
Differenzen und Missverständnisse
SPD-Ratsherr Heinz Plöckes kann da nur den Kopf schütteln: „Selbstverständlich nehmen wir die Bedenken eines jeden Bürgers Ernst.“ Deshalb will seine Partei noch in diesem Monat zu einer Bürgerversammlung einladen. Betreiber und Pächter sowie Verwaltung, Politik und Bürger sollen an einem Tisch zusammenkommen. Dort wird versucht, mögliche Differenzen und Missverständnisse auszuräumen. Plöckes, Dülkener aus Leidenschaft und im Stadtteil geboren, sagt aber auch ganz offen: „Mittlerweile ist es schlimm in Dülken, man kriegt sie dort nicht unter einen Hut.“
Seit 1989 ist der engagierte Politiker im Rat aktiv und arbeitet dort für seinen Stadtbezirk. Plöckes: „Parteiübergreifend bemühen wir uns, unseren Stadtteil nach vorne zu bringen. Doch in vielen Fällen wird hier vor Ort alles zerredet. Am Ende wird dann mit dem Finger auf die Politik gezeigt und gesagt: ,Ihr macht nichts für Dülken’.“ Schmunzelnd fügt der 65-Jährige hinzu, dass der alte Spruch stimmt: „Wenn sich zwei Dülkener treffen, haben sie drei Meinungen.“
Vom Umbau des Alten Waisenhauses ist Plöckes überzeugt. Auch das Hotel sei für Dülken wichtig. „Rund 25 Betten sind geplant. Ich könnte mir vorstellen, dass dort unter anderem ein wunderbarer Anlaufpunkt für Radwanderer entsteht. Übernachten, vielleicht ein Besuch im Grammophonmuseum und am nächsten Tag weiter radeln. Für die Dülkener Innenstadt wäre das ein Gewinn.“
Und auch im Bereich der Melcherstiege sieht der erfahrene Politiker Handlungsbedarf: „Gemeinsam mit der Mehrheit meiner Fraktion bin ich überzeugt, dass dort was passieren muss.“ Einen ersten Schritt hat die Stadt unternommen und im Umfeld ein Grundstück für 300 000 Euro gekauft. Ergänzend sollen dort Veränderungen im öffentlichen Busverkehr vorgenommen werden. Plöckes: „Wir können und wollen Verbesserungen für Dülken erreichen. Doch dafür muss der Stadtteil endlich gemeinsam an einem Strang ziehen.“
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