Kreis Viersen: Laien: Bistum soll Fusionspläne ändern
VON CHRISTIAN HEIDRICH - zuletzt aktualisiert: 19.04.2008Kreis Viersen (RPO). Das Bistum Aachen legt nach Auffassung des Diözesanrates der Katholiken die falschen Prinzipien zu Grunde, wenn es plant, 125 Pfarrgemeinden im Bistum zu fusionieren. Einstimmig forderte das Gremium bei seiner Vollversammlung Bischof Heinrich Mussinghoff auf, die Pläne zurückzunehmen und zu überarbeiten.
Von den Plänen betroffen sind auch Pfarren in Viersen (St. Remigius, St. Joseph und St. Notburga), Dülken (St. Cornelius mit St. Ultich und Herz Jesu), Süchteln (St. Clemens und St. Franziskus), Amern (St. Anton und St. Georg) sowie Waldniel (St. Michael und St. Mariä Himmelfahrt). Das Bistum will sie bis 2010 zusammenführen. Dieser Plan stößt in vielen Pfarren auf Widerstand. In St. Joseph in Viersen etwa wehrt man sich seit langem gegen eine Fusion mit St. Remigius.
Pfarrer Rolf-Peter Cremer, Hauptabteilungsleiter im Generalvikariat, verteidigte bei der Versammlung die Fusionspläne. Das änderte aber nichts daran, dass der Diözesanrat die Vorschläge des Bischofs ablehnt: Es fehle der präzise Blick auf die örtliche Situation. Wo das Gemeindeleben vital sei, dürfe kein Zusammenschluss angeordnet werden. Kritik übt das Gremium auch daran, dass „ein dramatisierter Priestermangel die Feder bei den Fusionsplänen geführt habe“.
Altfrid Spinrath, Stellvertretender Vorsitzender des Diözesanrates und Vorsitzender des Katholikenrates Kempen/Viersen, sagte, der Diözesanrat wolle in einem Gespräch mit dem Bischof versuchen, die Pläne abzumildern. Die betroffenen Gemeinden im Bistum forderte er auf, sich zu solidarisieren.
Spinrath deutete an, dass der Diözesanrat nicht grundsätzlich gegen Fusionen sei. „Aber wir müssen wegkommen von den Strukturdebatten. Wir müssen fragen: was ist in einer Gemeinde wichtig, damit Kirche attraktiv ist“, sagte er.
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