Viersen: Lampen kommen, Bäume fallen
VON JOACHIM NIESSEN - zuletzt aktualisiert: 11.02.2012Viersen (RP). Viersens Politiker zeigen sich entscheidungsfreudig: Mackenstein bekommt die Laternen zurück, 42 Pappeln an der Clörather Mühle werden gefällt. Über den Ausbau der Höhenstraße soll die Verwaltung noch einmal nachdenken.
Da konnte sich Dezernent Gerd Zenses in der jüngsten Sitzung des Viersener Ausschusses für Bauen, Umwelt- und Klimaschutz noch so drehen und wenden – die Politik blieb hart. Einstimmig forderten die Vertreter aller Parteien, dass die von der Stadtverwaltung an der Kreisstraße 8 in Mackenstein abmontierte Straßenbeleuchtung unverzüglich wiederhergestellt werden muss. "Hier scheint ja manches zu laufen wie in Schilda", kommentierte CDU-Ratsherr Thomas Gütgens die Verwaltungspossen der vergangenen Monate. "Seit Mai sind die Lampen weg, Stadt und Kreis schieben sich mit Blick auf die Zuständigkeit munter den ,Schwarzen Peter' zu und die Bürger sitzen im Dunkeln." Fakt ist: Die Stadtverwaltung hat die sieben Straßenlaternen am Ortsausgang bei Leitungsarbeiten abbauen lassen, sie soll sie – so der Wille der Politik – wieder hinstellen.
Bauausschuss
Zuständig Der Ausschuss für Bauen, Umwelt- und Klimaschutz ist zuständig für alle nicht dem Rat vorbehaltenen städtebaulichen Angelegenheiten, den Umweltschutz.
Vorsitz Vorsitzender ist Peter Breidenbach (Grüne), sein Stellvertreter ist Erhard Braun (CDU).
Gefällt werden dagegen die 42 Pappeln an der Clörather Mühle. Bereits 2007 hatte der damalige Umweltschutzausschuss ohne Gegenstimme beschlossen, dass die Bäume entfernt werden sollen. Nach Aussage von Stadtförster Rainer Kammann bestehe inzwischen "akuter Handlungsbedarf", die Verkehrssicherheit der Bäume sei nicht mehr gegeben. Die Grünen sprachen in diesem Punkt von "Trickserei". So sei in dem aktuell gültigen Forstwirtschaftsplan vom November 2011 der kritische Zustand der Bäume an der Clörather Mühle und die daraus resultierenden Konsequenzen nicht ausreichend dokumentiert worden. "Jetzt sollen plötzlich unter dem Vorwand der gefährdeten Verkehrssicherheit Fakten geschaffen werden", erklärte Maria Dittrich für ihre Partei.
Keine Begeisterung löste bei der Mehrheit der Ausschussmitglieder der Ergänzungsbericht zum Zustand der Höhenstraße aus, die auf dem letzten Kilometer bis zum Kletterwald einer Schlaglochpiste gleicht. Für 125 000 Euro würde die Verwaltung dieses Teilstück gerne neu asphaltieren lassen. Während sich SPD und FürVIE dafür begeistern konnten, lehnte die Mehrheit den Vorschlag aus Kostengründen ab. Die Verwaltung soll hier noch nacharbeiten.
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